Prostitution in der Stadt: Bald drittes Bordell in der Aarbergergasse?

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Prostitution in der StadtBald drittes Bordell in der Aarbergergasse?

Schon bald soll in Bern ein neues Bordell eröffnen – es wäre das dritte in der Aarbergergasse. Im vergangenen Jahr schlossen allerdings acht Etablissements in der Stadt.

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ber
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Acht Bordelle schlossen vergangenes Jahr in der Stadt Bern – nun soll in der Aarbergergasse ein neues aufgehen.

Acht Bordelle schlossen vergangenes Jahr in der Stadt Bern – nun soll in der Aarbergergasse ein neues aufgehen.

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Die zwischen dem Allerlei-Laden Yamatuti und einem Hochzeitsgeschäft arbeitenden Prostituierten werden vorwiegend selbstständig tätig sein: «Sie schalten selber Inserate und laden ihre Freier per Telefon zu sich ein», sagt Initiant Dominic Schmid.

Die zwischen dem Allerlei-Laden Yamatuti und einem Hochzeitsgeschäft arbeitenden Prostituierten werden vorwiegend selbstständig tätig sein: «Sie schalten selber Inserate und laden ihre Freier per Telefon zu sich ein», sagt Initiant Dominic Schmid.

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Gibt es keine Einsprachen gegen das neue Bordell, wird in der Aarbergergasse bald ein «Bermuda-Dreieck» der Puffs entstehen. Mit dabei: Das Casa Marcello, das Berner Laufhaus und eben das neue Puff.

Gibt es keine Einsprachen gegen das neue Bordell, wird in der Aarbergergasse bald ein «Bermuda-Dreieck» der Puffs entstehen. Mit dabei: Das Casa Marcello, das Berner Laufhaus und eben das neue Puff.

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Damit ein Bordell in einem Wohngebiet entstehen kann, braucht es viel Einsatz. Dennoch gibt es derzeit in der Berner Aarbergergasse bereits zwei solche Etablissements: Eins ist das Berner Laufhaus, das andere liegt direkt über der Casa Marcello. Nun soll ein drittes folgen, wie « Der Bund» am Donnerstag berichtet.

Oberhalb der Wunderbar werden bald Freier ein und aus gehen, wenn es nach Bordellbetreiber Dominic Schmid geht: In sechs Zimmern auf zwei Stockwerken sollen Frauen ihre sexuellen Dienste anbieten. Die zwischen dem Allerlei-Laden Yamatuti und einem Hochzeitsgeschäft arbeitenden Prostituierten werden vorwiegend selbstständig tätig sein: «Sie schalten selber Inserate und laden ihre Freier per Telefon zu sich ein», sagt Schmid.

«Entwicklung ist bedenklich»

So nahe dran, ein Bordell zu eröffnen, war lange Zeit niemand mehr: Seit dem 2013 in Kraft getretenen Prostitutionsgesetz ist es beinahe unmöglich, in einer Wohnzone ein Puff bewilligt zu bekommen. Im vergangenen Kalenderjahr mussten unter anderem wegen der verschärften Gesetzgebung acht Bordelle in der Stadt Bern ihre Tore schliessen.

Für Christa Ammann, die bei der Fachstelle Xenia Sexarbeiterinnen berät, ist diese Entwicklung bedenklich: «So gehen immer mehr Arbeitsplätze für Sexarbeiterinnen verloren.» Dies führe dazu, dass viele Prostituierte ihre Dienste zu Hause anböten, wo sie vor gewalttätigen Freiern weniger gut geschützt seien. Deshalb fordert Ammann mehr Kulanz der Behörden.

«Es braucht auch in Bern Puffs»

Beim zuständigen Gemeinderat Reto Nause (CVP) stösst sie damit aber auf taube Ohren: «Wenn es die Lärmschutzstufe zulässt, also wenn es viele laute Gewerbebetriebe in der Nachbarschaft gibt, dann kann ein Bordell bewilligt werden. Sonst nicht.»

Damit die Vertreter des horizontalen Gewerbes in der Aarbergergasse tatsächlich bald das nächste Freudenhaus eröffnen können, ist nur noch eine bürokratische Hürde zu überspringen: Niemand darf Einsprache erheben. Initiant Dominic Schmid ist überzeugt, dass es auch in Bern solche Lokale braucht: «Es kann doch nicht sein, dass man für einen Bordellbesuch nach Zürich fahren muss.»

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