Muttenz BL: Bald eine Moschee in Ausflugsrestaurant?
Aktualisiert

Muttenz BLBald eine Moschee in Ausflugsrestaurant?

Die Islamische Gemeinschaft Bosniens hat das Landhaus Römerburg oberhalb von Muttenz gekauft. Sie will dort einen Gebetsraum einrichten. Der Ball liegt beim Kanton.

von
aj
Die Liegenschaft ging für 1,7 Millionen an die Islamische Gemeinschaft Bosniens.

Die Liegenschaft ging für 1,7 Millionen an die Islamische Gemeinschaft Bosniens.

2,5 Millionen Franken wollte der frühere Besitzer des Landhaus Römerburg für das 4800 Quadratmeter grosse Grundstück mit Beiz, Inventar und Maisonette-Wohnung. Laut der «Schweiz am Sonntag» scheiterte der Deal mit einem Interessenten, worauf die Islamische Gemeinschaft Bosniens mit Sitz in Basel am Ende für 1,7 Millionen Franken den Zuschlag erhielt. Der Verkauf wurde im Juli im Grundbuch eingetragen.

Die Islamische Gemeinschaft hat in der Zwischenzeit ein Gesuch für eine Nutzungsänderung eingereicht: Die so genannte Römerstube will sie in einen Gebetsraum für 80 Personen umwandeln. Es handelt sich um den hinteren Bereich des Restaurants. Im vorderen Bereich unterhalb der Laube soll eine Beiz mit 50 Plätzen eingerichtet werden. Gemeindepräsident Peter Vogt bestätigt auf Anfrage: «Das Bewilligungsverfahren läuft bis zum 28. September. Es liegt am Kanton, das Baugesuch zu bewilligen. Ob es Einsprachen gab, weiss ich noch nicht», so Vogt.

Dritte Moschee

In Muttenz wäre die umgenutzte Römerburg laut SVP-Wahlkämpfer Dominik Straumann die dritte Moschee der Gemeinde Muttenz. Er äussert sich gegenüber den Plänen der Islamischen Gemeinschaft kritisch. Die Lage eigne sich nicht für eine Moschee, da der Verkehr mitten durchs Siedlungsgebiet führe. Aber auch aus grundsätzlichen Überlegungen sei er dagegen: «Die Islamisierung stellt für einige eine gewisse Gefahr dar. Eine weitere Moschee würde im Dorf für Verunsicherung sorgen», so Straumann gegenüber der «Schweiz am Sonntag». Er ist überzeugt, dass in Zukunft keine Familien mehr mit Kindern einen Ausflug ins Landhaus machen werden, die nicht einen Bezug zur Islamischen Gemeinschaft haben.

Sollte der Kanton der Nutzungsänderung zustimmen, sei neben Gebetsraum und Beiz auch die Eröffnung der Terrasse geplant. Die Islamische Gemeinschaft sei im Gespräch mit einem bosnischen Koch. Edin Kilim, Präsident der Islamischen Gemeinschaft, wollte dazu im Moment aber keine nähere Auskunft geben.

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