Rapperswil-Jona SG: Bald gibt es im Kinderzoo keine Seelöwen mehr
Aktualisiert

Rapperswil-Jona SGBald gibt es im Kinderzoo keine Seelöwen mehr

Die Seelöwen-Haltung in Knies Kinderzoo wird vom Schweizer Tierschutz schon lange kritisiert. Nun lassen die Verantwortlichen die Bewilligung für die Shows auslaufen.

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Knies Kinderzoo stellt auf Ende 2019 die Arbeit mit Seelöwen ein.

Knies Kinderzoo stellt auf Ende 2019 die Arbeit mit Seelöwen ein.

Keystone/Gaetan Bally
Besucher von Knies Kinderzoo schauen einem Seelöwen zu.

Besucher von Knies Kinderzoo schauen einem Seelöwen zu.

Keystone/Gaetan Bally
Die Seelöwenanlage in Knies Kinderzoo in Rapperswil-Jona soll durch einen Neubau ersetzt werden. Voraussichtlicher Baubeginn ist 2019.

Die Seelöwenanlage in Knies Kinderzoo in Rapperswil-Jona soll durch einen Neubau ersetzt werden. Voraussichtlicher Baubeginn ist 2019.

Keystone/Gaetan Bally

Wie die «Linth-Zeitung» schreibt, stellt Knies Kinderzoo auf Ende 2019 die Arbeit mit den Seelöwen ein. Begründet wird der Entscheid von der Direktion nicht. Auch nicht, ob es an der Kritik an der Haltung von Seelöwen liegt.

Schon im Dezember wurde bekannt, dass das heutige Otarium durch einen Neubau ersetzt werden soll. Der Fokus liege dann auf Events aller Art: Konzerte, Bankette, Galadiners oder Workshops. Geplant ist der Neubau für 2020.

Erst Delphine, dann Seelöwen

Die Seelöwen lösten 1998 in Knies Kinderzoo die Delphine ab. Dies, weil die Haltung von Delphinen schweizweit kritisiert worden war. Seit nun etwa fünf Jahren steht aber auch die Haltung von Seelöwen in der Kritik. Wie Samuel Furrer, Leiter Fachstelle Wildtiere beim Schweizer Tierschutz (STS), gegenüber der «Linth-Zeitung» sagt, hält er die heutige Anlage in Rapperswil von der Grösse und Struktur her lediglich für «beschränkt geeignet». Sie entspreche zwar den gesetzlichen Bestimmungen, aus Sicht des Tierwohls würden die Seelöwen jedoch nicht sehr gut gehalten.

Laut Furrer sollte eine Seelöwen-Anlage mindestens rund 500 Quadratmeter gross sein, damit sich die Tiere wohlfühlen. Die Organisation beanstandete zudem, dass die Anlage nur über ein «winziges» Salzwasserbecken verfügen würde. «Meerwasser ist für die Tiere wünschenswert, da eine reine Süsswasserhaltung schlecht für die Seelöwen ist», erklärt Furrer gegenüber dem Newsportal. Fazit des im Jahre 2015 veröffentlichten Berichts: Auch wenn die Mindestvorschriften der Tierschutzverordnung übertroffen sind, seien die Becken viel zu eng.

Furrer sagt gegenüber 20 Minuten, dass die Kritik hauptsächlich an die Anlage und die Platzverhältnisse gerichtet war, nicht an die Shows. «Ein tiergerechtes Training von zwei Mal täglich 15 bis 30 Minuten kann für die Seelöwen sogar eine Bereicherung sein», so der Zoologe. Aber nur unter dem Aspekt, dass das Tier auch neue Nummern lernen und die Würde des Tieres nicht verletzt werden würde.

Connyland als Paradebeispiel

Der Thurgauer Freizeitpark Connyland in Lipperswil verfügt ebenfalls über eine Seelöwen-Arena, mit angrenzender Lagune. Diese wird speziell im STS-Bericht von 2015 positiv hervorgehoben. So heisst es etwa: «Mit rund 2000 Quadratmetern Fläche und stellenweise mehreren Metern Tiefe bietet die Lagune den Seelöwen ausgiebig Platz zum schnellen Schwimmen.» Dies sei eine Möglichkeit, die sonst keine anderen Seelöwen in Schweizer Zoos geniessen können, so der Tierschutz.

Ob eine Bewilligung für die Arbeit mit Wildtieren erteilt wird, entscheidet das kantonale Amt für Verbraucherschutz und Veterinärwesen. Eine Konzession wird für maximal zehn Jahre erteilt. Der Kanton achtet nebst den baulichen Anforderungen an die Anlage auch auf den Umgang mit den Wildtieren.

100 Jahre Knie mit neuem Zelt

Der Schweizer National-Circus Knie hat eine treue Fangemeinde: In einem Crowdfunding sind über 250'000 Franken für ein neues Zirkuszelt zusammengekommen. Mit dem neuen «Chapiteau» geht der Zirkus ab März auf Jubiläums-Tournee. Der Schweizer National-Circus Knie feiert 2019 sein 100-Jahr-Jubiläum. Zum runden Geburtstag wünschte sich der Zirkus ein neues Zelt.

Nur wenige Stunden vorher ging die Schwarmfinanzierung für das neue «Chapiteau» zu Ende: Innerhalb von vier Monaten haben Zirkusbegeisterte Beiträge von insgesamt 254'101 Franken zugesagt. Das Finanzierungsziel von 250'000 Franken wurde damit übertroffen. Total haben sich 498 Personen am Crowdfunding beteiligt. (SDA)

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