Aktualisiert 11.02.2020 21:12

BAG-Bericht

Vor allem Kinder von Grippewelle betroffen

Die Grippe ist in der Schweiz auf dem Vormarsch, der saisonale Schwellenwert für eine Grippe-Epidemie laut BAG längst überschritten. Betroffen sind vor allem Kinder.

von
rab
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Anzahl wöchentlicher Konsultationen aufgrund grippeähnlicher Erkrankungen, hochgerechnet auf 100'000 Einwohner.

Anzahl wöchentlicher Konsultationen aufgrund grippeähnlicher Erkrankungen, hochgerechnet auf 100'000 Einwohner.

BAG
Auf den ersten Blick ähneln sich die typischen Symptome von Grippe und Erkältung sehr.

Auf den ersten Blick ähneln sich die typischen Symptome von Grippe und Erkältung sehr.

kein Anbieter/Clerkenwell
Auch die Art der Ansteckung verläuft gleich: über Tröpfcheninfektion. Doch es gibt Unterschiede zwischen den beiden Virenerkrankungen. Welche das sind, zeigen die folgenden Bilder.

Auch die Art der Ansteckung verläuft gleich: über Tröpfcheninfektion. Doch es gibt Unterschiede zwischen den beiden Virenerkrankungen. Welche das sind, zeigen die folgenden Bilder.

Screenshot Youtube/Massachusetts Institute of Technology

Das Wort «Grippe» wird ja bekanntlich ziemlich inflationär verwendet. Denn: Nicht jeder kleine Schnupfen und nicht jedes Kratzen im Hals ist eine Grippe. Wie die Erkrankung tatsächlich verläuft, müssen derzeit jedoch zahlreiche Schweizer am eigenen Leib erleben. Wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) in ihrem wöchentlichen Lagebericht zur Grippe berichtet, ist der saisonale Schwellenwert für eine Grippe-Epidemie bereits seit vier Wochen überschritten, die Inzidenz, also die Anzahl Fälle pro 100'000 Einwohner; basiert auf der Anzahl Fälle pro Arzt-Patient-Kontakte, steigend.

Grippefälle nehmen in allen Regionen zu

Betroffen seien vor allem Kinder im Alter von 0 bis 14 Jahren, die Anzahl Grippefälle nehme jedoch in allen Altersgruppen und in fast allen Regionen der Schweiz zu. «Während der Woche 5 wurden von 152 Ärztinnen und Ärzten des Sentinella*-Meldesystems 37,8 gGrippewelle rippeähnliche Erkrankungen pro 1000 Konsultationen gemeldet. Dies entspricht hochgerechnet einer Inzidenz von 292 Fällen pro 100 000 Einwohner, Trend steigend. Der saisonale epidemische Schwellenwert von 69 Grippeverdachtsfällen pro 100 000 Einwohner wurde seit der Woche 2 überschritten», schreibt das BAG weiter.

In Europa hätten in den vergangenen Wochen die meisten Länder eine mittelhohe Aktivität der grippeähnlichen Erkrankungen gemeldet, mit steigendem Trend in fast allen Ländern.

Gemäss BAG werden alle Virenstämme von den diesjährigen Impfstoffen abgedeckt. Neben der tatsächlichen Grippe werden vom Impfstoff auch grippeähnliche Erkrankungen abgedeckt, die durch das Influenzavirus ausgelöst werden, nicht aber Erkältungen. Die Zusammensetzung wird jeweils ungefähr im Februar oder März für die kommende Grippesaison von der WHO zusammengestellt.

*Sentinella ist ein schweizweites Netzwerk von Hausärzten. Mit wöchentlichen, anonymen Meldungen von Beobachtungen aus der Praxis gewährleisten die teilnehmenden Ärzte schon seit 1986 die Überwachung von potentiell häufigen Infektionskrankheiten und solchen mit epidemischem Verlauf wie Pertussis, Mumps, Lyme Borreliose und Influenza.

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