Aktualisiert 05.01.2015 15:07

VPN-Blockade

Bald kein US-Netflix mehr für Europäer?

Netflix will Zuschauer die von ausserhalb der USA auf die amerikanische Bibliothek zugreifen offenbar aussperren.

von
tob
Wer via VPN-Dienst auf Netflix zugreift, macht sich nicht strafbar, verstösst aber gegen die Nutzungsbedingungen.

Wer via VPN-Dienst auf Netflix zugreift, macht sich nicht strafbar, verstösst aber gegen die Nutzungsbedingungen.

Wer das Netflix-Angebot aus verschiedenen Ländern vergleicht, merkt schnell, dass sich die Auswahl an Filmen und Serien stark unterscheidet. Austricksen lässt sich der Streamingdienst mit VPN-Diensten, etwa dem kostenlosen Zenmate, oder Proxy-Servern, die Netflix vorgaukeln, der Nutzer sitze zum Beispiel in den USA, obwohl er sich an einem ganz anderen Ort befindet.

Der Vorteil: Die Bibliothek in den USA ist zigfach grösser als so manch anderes Angebot in den rund 50 Ländern, in denen es Netflix gibt. Grund dafür sind unterschiedliche Rechte- und Lizenzvereinbarungen, die jeweils pro Land geführt werden. Doch dieser geographischen Manipulation will Netflix nun angeblich einen Riegel schieben. Wie die Website Torrenfreak berichtet, sind seit einigen Tagen zahlreiche IP-Adressen von diversen VPN- und Proxy-Anbietern gesperrt. «Wir haben mehrere Nachrichten von unseren Nutzern erhalten, die sich beklagten, dass Netflix die Benutzung von VPN sperrt», sagt etwa Ben Van der Pelt vom VPN-Dienst Torguard gegenüber Torrentfreak.

Netflix weiss von nichts

Netflix dementierte allerdings die Meldungen. Beim Umgang mit dem Zugriff auf den Dienst über VPN-IP-Adressen habe es keine Änderungen gegeben, sagt ein Sprecher gegenüber 20 Minuten. Es werden aber – wie bisher – in der Industrie übliche Standards angewendet, um ein solches Vorgehen zu verhindern, so der Sprecher weiter. Die Nutzung von VPN-Diensten verstosse gegen die AGBs.

Bereits im Herbst wurden erste Meldungen laut, wonach Filmstudios verhindern wollen, dass Nutzer per VPN- und Proxy-Dienste das Angebot nutzen. Davor war bekannt geworden, dass Netflix auch in Australien startet. Schätzungen zufolge nutzen rund ein Viertel der Anwender Down Under solche Dienste, um bereits vor dem offiziellen Start auf die US-Version von Netflix zuzugreifen.

VPN-Nutzer machen sich nicht strafbar

Illegal ist der VPN-Trick indes nicht. «Ich gehe davon aus, dass sich Schweizer, die über entsprechende VPN-Anbieter und unter falscher Wohnsitzangabe Netflix nutzen, nicht strafbar machen», sagt Rechtsanwalt Martin Steiger. Da man aber gegen die Nutzungsbedingungen von Netflix verstösst, muss man im schlimmsten Fall damit rechnen, dass das Konto gesperrt wird.

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