Zuben TG: Bald kommen die Shrimps aus dem Thurgau

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Zuben TGBald kommen die Shrimps aus dem Thurgau

In Kürze entsteht im thurgauischen Zuben eine Shrimps-Farm. Der Bauherr und Projektleiter Simon Mayer setzt auf Schweizer Qualität und artgerechte Haltung.

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Simon Mayer will schon in wenigen Monaten Shrimps in Schweizer Spitzenqualität produzieren. (Symbolbild: Keystone/David Hecker)

Simon Mayer will schon in wenigen Monaten Shrimps in Schweizer Spitzenqualität produzieren. (Symbolbild: Keystone/David Hecker)

Wo vor Kurzem noch ein Kuhstall stand, soll bereits nächsten Juni eine Shrimps-Farm Meeresfrüchte produzieren. In zwei Aufzucht- und vier Mastbecken auf einer Fläche von etwas mehr als 250 Quadratmetern will Simon Mayer die Crevetten in Schweizer Qualität produzieren. «Für die Abnahme sind bereits Vertreter des Grosshandels vorhanden», sagt Mayer gegenüber der «Thurgauer Zeitung».

Mayer arbeitet bereits seit vier Jahren am Projekt. Es ist ihm bewusst, dass er mit der Idee von Schweizer Shrimps nicht der Einzige ist. «Ich weiss, dass bereits eine Shrimps-Farm in Luterbach SO mit ähnlichem Konzept geplant war, aber ich weiss nicht, wie weit deren Projekt ist», so Simon Mayer. Es sei ihm auch egal - Konkurrenz belebe das Geschäft.

Idee aus Brasilien

Während eines Besuchs in Brasilien vor rund vier Jahren hat sich Mayer von der Outdoor-Anlage eines Kollegen inspirieren lassen. «Ich habe eine Kostprobe mit nach Hause genommen und alle waren von der Qualität begeistert», sagt der 30-Jährige. Er habe sich dann gedacht, so etwas müsse doch auch in der Schweiz möglich sein.

Mayers Pilotprojekt sei eine frische und ökologische Alternative zu den importierten Shrimps. Zudem könne seine Anlage auch eine ideale Ergänzung für einen Landwirtschaftsbetrieb sein. «Die Grundidee ist, mein Konzept in der ganzen Schweiz umsetzen zu können», so Mayer im Zeitungsbericht weiter.

Auch regionale Gastronomen zeigten sich an der Produktion der Schweizer Garnelen interessiert.

Artgerechte Produktion und Verarbeitung

Für den Betrieb der Anlage werden 150 Kubikmeter Salzwasser und eine Filteranlage benötigt. Letztere gewährleistet, dass das Wasser frisch bleibt und sich die Tiere gesund entwickeln können. Eine Wärmepumpe sorgt für die richtige Temperatur von 30 Grad. Zudem kommt eine Gasheizung zum Einsatz. «Der Energieverbrauch ist mit einem Einfamilienhaus zu vergleichen und die Anlage besitzt eine hervorragende Isolation», sagt Mayer.

Die artgerechte Produktion und Verarbeitung sind Mayer sehr wichtig. Deshalb werden die kleinen Tiere ein spezielles Mischfutter erhalten. Filter sorgen für die nötige Hygiene und sollen eine gesunde Aufzucht gewährleisten. Haben die Shrimps die nötige Grösse erreicht, werden sie mit Strom betäubt und mit Eis getötet. «Die grösste Herausforderung wird sein, eine regelmässige Ernte zu gewährleisten», erklärt Mayer.

Ab dem Frühling 2015 erwartet Mayer die ersten Shrimps-Larven für die Aufzucht. Diese werden aus Florida importiert. Sechs Monate später will er «Mayer Shrimps», wie er sie nennen wird, als echte Schweizer Delikatesse ausliefern. Für 100 Gramm muss der Konsument mit einem Preis von neun bis zwölf Franken rechnen. Ob Mayer dereinst von der Shrimps-Zucht leben kann, weiss er noch nicht: «Es ist ein Versuch, der mich reizt. Ich bin aber zuversichtlich.»

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