Hyperloop: Bald kommt die Rohrpost für Menschen
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HyperloopBald kommt die Rohrpost für Menschen

2016 soll in Kalifornien eine Teststrecke für das Transportsystem Hyperloop in Betrieb gehen: eine Röhre, in der Passagiere mit Schallgeschwindigkeit transportiert werden.

von
kwo
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So soll die Rohrpost für Menschen ungefähr aussehen.

So soll die Rohrpost für Menschen ungefähr aussehen.

Keystone/AP/Uncredited
Mit Geschwindigkeiten von bis zu 1200 km/h soll sie die Passagiere transportieren.

Mit Geschwindigkeiten von bis zu 1200 km/h soll sie die Passagiere transportieren.

Keystone/Elon Musk / Handout
Das Ziel ist, sogar schneller zu sein als mit dem Flugzeug.

Das Ziel ist, sogar schneller zu sein als mit dem Flugzeug.

Keystone/AP

Das Transportmittel der Zukunft heisst Hyperloop und ist eine Art Rohrpost für Menschen. Jeweils 28 Passagiere werden dabei in einer Kapsel bei einer Geschwindigkeit von 1220 km/h durch eine grosse Röhre geschleudert. Erdacht hat sich diese auf Magnetschwebebahntechnik basierende Transportform Elon Musk, der Gründer der Elektroauto-Marke Tesla.

Eine erste Teststrecke soll nächstes Jahr den Betrieb aufnehmen. Standort wird das Quay Valley in Kalifornien sein. Als Betreiberfirma tritt die Firma Hyperloop Transportation Technologies auf, wie das Tech-Portal «The Verge» schreibt. Sie wird vom Deutsch-Amerikaner Dirk Ahlborn geleitet.

In einer Öko-Stadt

Die Standortwahl sei auf das Quay Valley gefallen, da es sich dabei um eine ökologische Planstadt handle. Die Energiegewinnung erfolgt über Solarenergie. In dem Ort sollen einmal 150'000 Umweltschützer leben, zu denen Hyperloop passen würde.

«Wir möchten eine ökologische und nachhaltige Stadt gründen», sagte Quay Hays, der Hauptentwickler von Quay Valley. «Deshalb ist Hyperloop das ideale Transportsystem für Quay Valley.»

Nur 35 Minuten

Tesla-Gründer Musk hatte bei der Vorstellung des Hyperloop-Projekts im Jahr 2013 mitgeteilt, dass er nicht plane, den Hyperloop selbst zu bauen. Seither übernahm Hyperloop Transportation Technologies den Lead, wobei die Firma anscheinend kurz vor dem Durchbruch steht.

Gewisse Experten zeigen sich aber auch kritisch. Der Zeitplan sei zu ehrgeizig. Es wird sicherlich noch länger dauern bis zum Bau des ersten Prototyps . Das Endziel bei Hyperloop sind sowieso keine kurzen Röhren, sondern eine Verbindung zwischen Los Angeles und San Francisco. Diese soll mit insgesamt 40 Transportkapseln etwa sechs Milliarden Dollar kosten. Eine Fahrt soll 35 Minuten dauern.

Alles begann mit dem Internet

Hyperloop-Vordenker Elon Musk legte den Grundstein seiner Karriere nicht in der Transport-, sondern in der Internetbranche. Er begann im Silicon Valley und gründete dort 1995 mit dem Onlineverzeichnis Zip2 sein erstes Start-up. Dieses verkaufte er schliesslich an die Suchmaschine AltaVista.

Danach startete er den Onlinebezahldienst X.com, der später zu Paypal wurde. Die Firma wurde 2002 für 1,5 Milliarden Dollar an Ebay verkauft und der erst 32-jährige Musk war ein reicher Mann.

Auf den Mars

Mit seinem Erlös von 165 Millionen Dollar gründet Musk die Firmen SpaceX und Tesla. Mit ersterer will er die Raumfahrttechnologie vorantreiben. Um den Faktor zehn sollen Raketenstarts billiger werden.

Und Musk will mit SpaceX tatsächlich ganz nach oben. Sein Traum: ein Leben auf dem Mars. Bei Tesla wiederum lautet der Masterplan, die Menschheit in eine benzinfreie Zukunft zu führen.

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