60 Rappen pro Stunde - Luzern will als erste Schweizer Stadt Parkgebühren für Töffs und Roller erheben
Aktualisiert

60 Rappen pro StundeLuzern will als erste Schweizer Stadt Parkgebühren für Töffs erheben

Die Stadt Luzern will in den nächsten Jahren 200 bis 300 neue Töffparkplätze in der Innenstadt schaffen – wofür Autoparkplätze weichen müssen. Fürs Parkieren müssen neu auch Töfffahrer*innen bezahlen.

von
Astrid Winiker
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Hier am Löwengraben in Luzern wird getestet, wie Parkgebühren für Töffs akzeptiert werden und wie man sie technisch am besten erheben kann.

Hier am Löwengraben in Luzern wird getestet, wie Parkgebühren für Töffs akzeptiert werden und wie man sie technisch am besten erheben kann.

Astrid Winiker
Konkret wird es 60 Rappen kosten, seinen Töff für eine Stunde lang abzustellen. Dieser Betrag wird zu jeder Tages- und Nachtzeit fällig. Die Gebühr wird am Löwengraben an einer digitalen Sammelparkuhr bezahlt, an der das Nummernschild des Töffs eingegeben werden muss.

Konkret wird es 60 Rappen kosten, seinen Töff für eine Stunde lang abzustellen. Dieser Betrag wird zu jeder Tages- und Nachtzeit fällig. Die Gebühr wird am Löwengraben an einer digitalen Sammelparkuhr bezahlt, an der das Nummernschild des Töffs eingegeben werden muss.

Astrid Winiker
Der Pilotversuch wird am Löwengraben am Rand der Altstadt durchgeführt: «Dieser Standort ist optimal, weil die Nachfrage nach Motoparkplätzen im Gebiet Altstadt sehr hoch ist und es in der Nähe des Löwengrabens keine weiteren Motoparkplätze gibt», schreibt die Stadt. Die übrigen Abstellplätze für Töffs in der Stadt Luzern bleiben während der Projektphase gebührenfrei.

Der Pilotversuch wird am Löwengraben am Rand der Altstadt durchgeführt: «Dieser Standort ist optimal, weil die Nachfrage nach Motoparkplätzen im Gebiet Altstadt sehr hoch ist und es in der Nähe des Löwengrabens keine weiteren Motoparkplätze gibt», schreibt die Stadt. Die übrigen Abstellplätze für Töffs in der Stadt Luzern bleiben während der Projektphase gebührenfrei.

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Darum gehts

  • Der Stadtrat Luzern legt ein Konzept zur Parkierung von Motorrädern vor.

  • Es sollen in einem zweijährigen Pilotprojekt Töffparkplätze am Löwengraben mit Gebühren von 60 Rappen pro Stunde getestet werden.

  • Insgesamt geplant sind 200 bis 300 neue gebührenpflichtige Töffparkplätze in der Luzerner Innenstadt in den nächsten Jahren.

  • Dafür sollen Autoparkplätze umgenutzt werden.

  • Die Erstellung der Töffparkplätze soll 70’000 Franken kosten.

Der Luzerner Stadtrat will in einem zweijährigen Pilotprojekt neue Töffparkplätze schaffen und «die Auswirkungen von Gebühren testen», wie es in einer Medienmitteilung der Stadt Luzern heisst. Konkret wird es 60 Rappen kosten, seinen Töff für eine Stunde lang abzustellen. Dieser Betrag wird zu jeder Tages- und Nachtzeit fällig. Die Gebühr wird am Löwengraben an einer digitalen Sammelparkuhr bezahlt, an der das Nummernschild des Töffs eingegeben werden muss. Das Stadtparlament wird am 10. Juni 2021 final über das Pilotprojekt im Löwengraben entscheiden.

Mit dem Projekt soll die technische Umsetzung und die Akzeptanz der Gebühren bei den Töfffahrenden getestet werden. Der Pilotversuch wird am Löwengraben am Rand der Altstadt durchgeführt: «Dieser Standort ist optimal, weil die Nachfrage nach Motoparkplätzen im Gebiet Altstadt sehr hoch ist und es in der Nähe des Löwengrabens keine weiteren Motoparkplätze gibt», schreibt die Stadt. Die übrigen Abstellplätze für Töffs in der Stadt Luzern bleiben während der Projektphase gebührenfrei.

Fünf Töffs anstelle eines Autos

Mit den Gebühren fürs Töffparkieren verfolgt die Stadt mehrere Ziele. So soll die Massnahme dazu führen, dass weniger Töffs wild herumstehen oder auf Veloparkplätzen abgestellt werden. Und der Stadtrat verspricht sich von einer Gebührenpflicht für Töffs einen höheren Parkplatzumschlag. Vermutet wird, dass Dauerparkierer ihre Fahrzeuge wegen der Gebühr nicht mehr für lange Zeit einen öffentlichen Abstellplatz blockieren, sondern auf privatem Grund parkieren.

Die Töfffahrer müssen aber künftig nicht mehr nur mehr zahlen, sondern erhalten auch mehr Parkplätze. In der Luzerner Innenstadt sollen in den nächsten Jahren 200 bis 300 zusätzliche Motoparkplätze entstehen. Dazu werden in erster Linie Autoparkplätze umgenutzt, teilte die Stadt mit. Mit dem Ausbau des Angebots will der Stadtrat erreichen, dass künftig weniger Töffs wild oder auf Veloparkplätzen abgestellt werden. Da auf einem Autoparkplatz mindestens fünf Motorräder parkiert werden könnten, entspreche der Ausbau der städtischen Mobilitätsstrategie: Ein zentrales Ziel dieser sei die Förderung von flächeneffizienten Verkehrsmitteln. Die Erstellung der Motoparkplätze kostet rund 70'000 Franken.

Luzern ist erste Schweizer Stadt mit Gebühren für Töffparkplätze

Luzern wäre die erste Schweizer Stadt mit einem solchen Projekt. Auf Anfrage sagte der zuständige Stadtrat Adrian Borgula: «Die Idee für ein solches Projekt gab es schon vorher in der Schweiz. Zum Beispiel in Basel oder in Genf. Allerdings gibt es erst seit Januar 2021 die gesetzliche Grundlage dafür, weswegen wir auch jetzt als erste Stadt ein solches Pilotprojekt umsetzen können.» Projektziel sei es auch, herauszufinden, «ob man das Konzept auf die ganze Innenstadt ausdehnen kann», sagte Borgula weiter. «Unser wichtigstes Ziel ist, eine zukunftsfähige Mobilitäts- und Umweltpolitik damit umzusetzen. Wir haben das Problem, dass wir wenig Platz haben in der Stadt, und wollen den öffentlichen Raum zweckmässig flächeneffizient nutzen. Wenn wir zusätzlich die Umwelt schonen können und die Erreichbarkeit der Stadt verbessern, dann umso besser. Für Töffs, die zum Parkieren öffentliche Flächen nutzen, sind Gebühren logisch, vor allem, wenn sie fossil betrieben sind.»

Für Elektro-Motos aber muss man vorderhand auch zahlen, wie der Mitteilung der Stadt weiter zu entnehmen ist: Sie könnten nicht von der Gebührenpflicht befreit werden, «da eine Unterscheidung von Elektro-Motos und Töffs mit Verbrennungsmotoren durch die Kontrollorgane noch nicht möglich ist.»

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