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Vertrag gekündigt Bald schliesst auch letztes Zürcher Desperado-Lokal

Desperado ist pleite. Trotzdem sind drei selbständige Restaurants weiter geöffnet. Nun hat der Zürcher Betreiber die Schliessung seines Lokals per Ende Februar angekündigt.

von
S. Spaeth
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Das nächste Desperado-Restaurant muss schliessen. Einst gab es von der mexikanischen Kette in der Schweiz zwölf Lokale, einige davon wurden von selbständigen Unternehmern geführt.

Das nächste Desperado-Restaurant muss schliessen. Einst gab es von der mexikanischen Kette in der Schweiz zwölf Lokale, einige davon wurden von selbständigen Unternehmern geführt.

Desperado
«Wir haben den Franchisevertrag gekündigt und werden unser Lokal in Zürich Ende Februar schliessen», sagt Daniel Wiesner, COO der Fredy Wiesner Gastronomie AG zu 20 Minuten. Die Gastro-Gruppe betreibt das Desperado-Lokal an der Zürcher Heinrichstrasse.

«Wir haben den Franchisevertrag gekündigt und werden unser Lokal in Zürich Ende Februar schliessen», sagt Daniel Wiesner, COO der Fredy Wiesner Gastronomie AG zu 20 Minuten. Die Gastro-Gruppe betreibt das Desperado-Lokal an der Zürcher Heinrichstrasse.

20 Minuten
«Wenn von einem Konzept mit zwölf Restaurants neun wegfallen, können wir es nicht zu den aktuellen Konditionen weiterführen», sagt Unternehmer Daniel Wiesner.

«Wenn von einem Konzept mit zwölf Restaurants neun wegfallen, können wir es nicht zu den aktuellen Konditionen weiterführen», sagt Unternehmer Daniel Wiesner.

Martin_schmitter

Einst waren es gut ein Dutzend Desperado-Restaurants, verteilt auf die ganze Schweiz. Dann kam der 25. November und die Hiobsbotschaft des Konkurses der Betreiberfirma: Die mexikanischen Restaurants mit insgesamt rund 250 Angestellten wurden geschlossen. Weil drei Lokale aber von selbständigen Franchisenehmern geführt wurden, ging der Betrieb in den Restaurants in Zürich-West, Moosseedorf und Gerlafingen weiter.

Nun schliesst aber bald das nächste Desperado: «Wir haben den Franchisevertrag gekündigt und werden unser Lokal in Zürich Ende Februar schliessen», sagt Daniel Wiesner, COO der Fredy Wiesner Gastronomie AG zu 20 Minuten. Die Gastro-Gruppe betreibt das Desperado-Lokal an der Zürcher Heinrichstrasse, unweit der Hardbrücke: «Wir hätten das ganze Konzept und die Rezepte allein und auf eigenes Risiko weiterentwickeln müssen», sagt der Unternehmer.

Keine Kündigungen

Zudem können die Lieferanten gewisse spezifische Produkte zu den kleineren Mengen gar nicht produzieren – oder nur zu anderen Preisen. Für Wiesner war klar: «Wenn von einem Konzept mit zwölf Restaurants neun wegfallen, können wir es nicht zu den aktuellen Konditionen weiterführen.» Entlassungen wird es wegen der bevorstehenden Schliessung des Zürcher Desperado keine geben. Gastro-Unternehmer Wiesner hat allen seinen 16 Desperado-Angestellten ein Jobangebot in Zürich unterbreitet. Zudem hat er von den geschlossenen Desperado-Betrieben erste Mitarbeiter übernommen. Fredy Wiesner Gastronomie betreibt schweizweit 30 Restaurants und hat rund 580 Angestellte.

Die Rechte an Desperado gehören der E1 Swiss Gastro Company. Bis anhin hat der Gastro-Unternehmer Wiesner monatlich eine Franchisegebühr an die Desperado-Besitzer überwiesen. Derzeit ist das Zürcher Konkursamt mit der Abwicklung der Firma beschäftigt. Um offene Forderungen zu begleichen, dürften die Rechte verkauft werden. Das Weiterführen des Betriebs hätte für Wiesner viele Unsicherheiten bedeutet: «Womöglich wären wir künftig einem neuen Franchisegeber ausgeliefert. Und selbst kaufen wollen wir nicht.»

Neues Restaurant

Obwohl die Türen des Zürcher Desperado ab Ende Februar geschlossen bleiben, wird es nach einem Unterbruch mit Gastronomie weitergehen. «Wir haben einen laufenden Vertrag mit der Liegenschaft und werden nach einem Umbau im Sommer oder Herbst wiedereröffnen», sagt Wiesner. Welche Art Lokal es werden wird, verrät er noch nicht. Klar ist: Ein ganz neues Konzept wird es nicht werden. Dafür braucht es laut Wiesner rund zwei Jahre. Zu Wiesner Gastronomie gehören etwa die Negishi-Sushi-Bars, die asiatischen Nooch-Restaurants oder die Burger-Lokale The Butcher.

Auf Besuch in einem der noch offenen Desperado-Restaurants – nun ist klar, dass es Ende Februar schliesst.

Diese Desperado-Filiale gibt es noch

Gestern mussten 9 von 12 Desperado-Filialen schliessen. Eine der verbleibenden ist in Zürich. Wie die Stimmung im Restaurant ist, siehst du im Video
(Video: G. Brönnimann, F. Naef)

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