Bald Schweizer Soldaten in Bosnien?
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Bald Schweizer Soldaten in Bosnien?

Die Schweiz will sich an der multinationalen Friedenstruppe European Union Force (EUFOR) in Bosnien und Herzegowina beteiligen.

Der Bundesrat beschloss am (gestrigen) Mittwoch den Einsatz von maximal 20 Armeeangehörigen. Der Einsatz muss vom Parlament genehmigt werden.

Ab Ende 2004 soll eine von der EU geführte European Union Force (EUFOR) die NATO-Friedenstruppe SFOR ablösen und rund 7.000 Militärpersonen umfassen, wie das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) am Donnerstag mitteilte. Ihre Hauptaufgabe wird wie bei der SFOR darin bestehen, für ein sicheres Umfeld in Bosnien und Herzegowina zu sorgen. Sie soll aber auch bei der Bekämpfung der organisierten Kriminalität und der Unterstützung der Flüchtlingsrückkehr mithelfen.

Die Schweiz wurde von Grossbritannien, das die EUFOR im ersten Jahr führen soll, angefragt, sich mit einem bis zwei Verbindungs- und Beobachtungsteams mit je acht Personen und mit bis zu vier Schweizer Stabsoffizieren in der britischen Brigade in der EUFOR zu beteiligen. Sie sollen in bekannten und potenziellen Konfliktstellen stationiert werden. Die Schweiz will sich laut VBS ab Ende 2004 vorerst mit einem Verbindungs- und Beobachtungsteam und zwei Stabsoffizieren beteiligen. Da der Einsatz der freiwilligen Armeeangehörigen zum Selbstschutz bewaffnet erfolgt und länger als drei Wochen dauert, muss er noch vom Parlament genehmigt werden.

Das EUFOR-Engagement ergänzt laut VBS in sinnvoller Weise die beträchtlichen Leistungen, mit dem die Schweiz Bosnien und Herzegowina seit dem Ende des Krieges unterstützt hat. Bereits seit Anfang 2003 stehen zudem vier Schweizer Zivilpolizisten in der Polizeimission der Europäischen Union im Einsatz.

(dapd)

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