Neue Hurrikans: Bald stürmen «Katia» und «Lee»
Aktualisiert

Neue HurrikansBald stürmen «Katia» und «Lee»

Die Schäden von «Irene» sind noch nicht beseitigt, da braut sich mit «Katia» schon der nächste schwere Wirbelsturm zusammen. Auch Louisiana zittert vor einem weiteren Tropensturm.

«Katia» wurde am Donnerstag zu einem Hurrikan der Kategorie eins hochgestuft. Der Wirbelsturm zog mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 Stundenkilometern in Richtung Westen über den Atlantischen Ozean. Laut dem NHC wird «Katia» voraussichtlich weiter an Stärke zunehmen und am Wochenende zu einem «bedeutenden Hurrikan» werden.

Der Wirbelsturm befand sich knapp 2000 Kilometer östlich der Kleinen Antillen in der Karibik und bewegte sich mit gut 30 Kilometern pro Stunde vorwärts. «Katia» werde Ende der Woche nördlich an den Antillen vorüberziehen und sich den USA nähern. Allerdings seien die Chancen gut, dass «Katia» später gen Norden drifte und das US-Festland dieses Mal verschont bleibe.

Louisiana ruft den Notstand aus

Vor der Küste des US-Bundesstaats Louisiana ist eine weiterer Tropensturm im Anflug. Der Bundesstaat rief den Notstand aus. Es seien am Wochenende «extrem starker Regen» und deutlich erhöhte Pegelstände an der Küste zu erwarten, teilte das Gouverneursamt am Donnerstag (Ortszeit) mit.

Mehrere Ölfirmen begannen bereits damit, ihre Plattformen im Golf von Mexiko zu evakuieren. Der Konzern ExxonMobil erklärte, es seien 140 Arbeiter in Sicherheit gebracht worden, deren Plattformen von dem Sturm getroffen werden könnten. Auf den Förderanlagen von Shell erschwerten nach Angaben des Unternehmens dagegen die Wetterbedingungen die Evakuierungsmassnahmen.

Bis Freitag könnte der Sturm so sehr an Stärke zulegen, dass er als zwölftes Unwetter in dieser Saison einen Namen (Lee) erhält. Laut Vorhersage des Hurrikan-Zentrums könnte das Sturmtief durchschnittliche Windgeschwindigkeiten von knapp 100 Kilometern pro Stunde erreichen. Ab knapp 120 Kilometern pro Stunde gilt ein Sturm als Hurrikan. Vorläufigen Voraussagen zufolge könnte er am frühen Samstagnachmittag in Louisiana auf Land treffen.

Retter erreichen letzte Sturmopfer

«Irene» war am Wochenende über die US-Ostküste hinweggezogen. In der Metropole New York verlief das Unwetter deutlich glimpflicher als befürchtet, andere Gegenden litten aber schwer unter den Folgen des Sturms. Beim Durchzug von «Irene» durch die Karibik, elf US- Bundesstaaten und Kanada wurden 53 Menschen getötet, davon 46 in den USA.

Rettungskräfte erreichten am Mittwoch auch die letzten von der Aussenwelt abgeschnittenen Ortschaften im Nordosten der USA. Als letztes erreichten die Helfer das Dorf Wardsboro im Staat Vermont, in dem 850 Menschen leben.

Das Hochwasser war am Mittwoch zurückgegangen und liess die Schäden erkennen, die Wind und Wasser angerichtet haben. Noch immer waren viele Orte ohne Strom und Telefon. Die Nationalgarde versorgte die Betroffenen per Helikopter mit Nahrungsmitteln, Trinkwasser und Decken.

Staat New York: eine Milliarde Dollar Schaden

Im Staat New York dürfte der Sachschaden nach Einschätzung von Gouverneur Andrew Cuomo etwa bei einer Milliarde Dollar liegen. Nach Angaben der «New York Times» vom Donnerstag zog Cuomo bei einer Besichtigung des schwer getroffenen Städtchens Prattville Bilanz.

Demnach zerstörte der Sturm im Staat New York mehr als 600 Häuser, sechs Städte wurden völlig überflutet, 150 Schnellstrassen beschädigt und 22 Brücken wegen Lebensgefahr für Passanten geschlossen. Nur 80 Prozent der Bevölkerung hatten am Mittwochabend (Ortszeit) - drei Tage nach der Verwüstung - wieder Strom.

Evakuierungen im Golf von Mexiko

In New Yorks Nachbarstaat Connecticut mussten am späten Mittwoch immer noch 300 000 Haushalte ohne Licht, Warmwasser, Kühlschränke sowie Telefon, Fernsehen und Internet auskommen.

Im Golf von Mexiko begannen am Donnerstag wegen eines Gewittergebietes auf Ölplattformen Evakuierungen. So begannen die Energiefirmen BP und Anadarko Petroleum damit, Arbeiter abzuziehen. Auch Royal Dutch Shell kündigte Evakuierungen an. (sda)

Deine Meinung