Test gegen Spanien: Bald weiss die Nati, wie gut sie wirklich ist
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Test gegen SpanienBald weiss die Nati, wie gut sie wirklich ist

Es ist bloss ein Testspiel. Aber die Begegnung mit Spanien kann der Nati zeigen, wo sie wirklich steht.

von
Florian Raz
Villarreal
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Er trainiert bereits wieder mit dem Team: Granit Xhaka im Gespräch mit Nationaltrainer Vladimir Petkovic beim Training vom Samstag in Villarreal.

Er trainiert bereits wieder mit dem Team: Granit Xhaka im Gespräch mit Nationaltrainer Vladimir Petkovic beim Training vom Samstag in Villarreal.

Keystone
Trotz seiner Knochenprellung im Training vom Donnerstag könnte er bereits am Sonntag gegen Spanien auflaufen.

Trotz seiner Knochenprellung im Training vom Donnerstag könnte er bereits am Sonntag gegen Spanien auflaufen.

Keystone
An der Medienkonferenz vom Samstag gibt Trainer Petkovic nicht preis, wie er aufstellen wird. Sollte er Xhaka schonen, dürfte Denis Zakaria zum Zug kommen.

An der Medienkonferenz vom Samstag gibt Trainer Petkovic nicht preis, wie er aufstellen wird. Sollte er Xhaka schonen, dürfte Denis Zakaria zum Zug kommen.

Keystone/Laurent Gillieron

Darf die Nati mit breiter Brust an die WM nach Russland reisen? Oder muss sie die letzten zwei Wochen vor ihrem Startspiel gegen Brasilien damit verbringen, die geknickte Moral wieder aufzubauen? Mit dem Testspiel gegen Spanien (ab 21 Uhr im Ticker) haben sich die Schweizer einen echten Gradmesser ausgesucht.

Natürlich soll in Villarreal in erster Linie das WM-Gruppenspiel gegen Brasilien simuliert werden. Es geht also darum, ob Vladimir Petkovics mutige Taktik aufgehen kann. Der Schweizer Nationaltrainer verlangt von seiner Mannschaft, dass sie auch gegen WM-Favoriten ihr eigenes Spiel durchzieht. Er sagt: «Wir werden nie nur darauf spielen, hinten die Null zu halten.» Und: «Wir haben bewiesen, dass wir mit grossen Teams mithalten können, wenn wir an uns glauben.»

Ein 1:6 als Warnung

Der Abend könnte aber noch ganz andere Aufschlüsse bieten als taktische. Die Spanier haben zuletzt Argentinien mit einem 6:1 gedemütigt. Valon Behrami schwant: «Das kann auch gegen uns passieren, und das könnte die Mannschaft stören.» Aber der Leader im Schweizer Mittelfeld meint auch: «Es wäre ein Moment, auf den wir reagieren müssten. Darum ist dieses Spiel auch mental ein guter Test.»

Die Schweizer könnten heute ausserdem Gary Lineker eine Antwort geben. Der ehemalige Nationalstürmer Englands ist ein scharfzüngiger Beobachter des Fussballs. Als die aktuelle Weltrangliste veröffentlicht wurde, gehörte für einmal auch die Schweiz zu seinen Opfern. Warum die Nati in der Fifa-Liste auf Rang 6 geführt werde, fragte einer auf Twitter. Lineker antwortete: «Die Schweizer sind so gerissen, dass sie sich die Testspielgegner so aussuchen, dass sie in der Rangliste nach oben klettern.»

Drmics Überzeugung

Das ist natürlich Quatsch. Seit der Europameisterschaft haben die Schweizer nur drei Testspiele bestritten. Das reicht nicht, um in die Top 10 der Welt zu kommen. Es ist die starke Serie in der WM-Qualifikation, die sie dorthin getragen hat. Seit dem Achtelfinal-Aus gegen Polen an der EM in Frankreich hat die Nati von 15 Spielen nur eines verloren – gegen Europameister Portugal.

Petkovic über die Fitness von Granit Xhaka

Vladimir Petkovic spricht vor dem Test gegen Spanien über Granit Xhaka und seine Pläne, die das WM-Kader betreffen.

Josip Drmic jedenfalls ist vom heutigen Kader überzeugt. Der Schweizer Nationalstürmer fragt: «Wann hatten wir je so eine riesige Qualität im Kader?»

Und doch hängt vor der WM ein kleiner Rest Zweifel über dieser Schweizer Auswahl. Weil ihr zuletzt ausser den Portugiesen kein richtig grosser Gegner über den Weg gelaufen ist. Das 2:0 im Heimspiel gegen ein Portugal ohne Cristiano Ronaldo war stark. Beim 0:2 im Rückspiel aber waren die Schweizer von der Aufgabe überfordert.

Wo also steht die Schweiz kurz vor der WM? Heute Abend, um Viertel vor elf, wird die Nati eine vorläufige Antwort haben. Auch wenn Xherdan Shaqiri mit Blick auf Russland sagt: «Das Spiel gegen Brasilien ist dann noch einmal etwas ganz etwas anderes. An der WM kommt noch viel mehr Druck dazu.»

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