Aktualisiert 07.06.2006 16:59

Bald wieder Streik am Zürcher Schauspielhaus?

Am Zürcher Schauspielhaus droht eine erneute Eskalation des Konflikts um die Löhne des technischen Personals: Die Gewerkschaft Unia wirft der Direktion vor, dass diese die Streikvereinbarung vom Januar nicht umsetzt.

Streitpunkt sind Lohnausstände der vergangenen Jahre, wie die Gewerkschaft Unia am Mittwoch in einer Mitteilung schreibt. In der Vereinbarung hatte sich die Direktion verpflichtet, bis Ende Juni eine Lösung auszuhandeln. Nun wolle die Direktion nichts mehr davon wissen.

Lohnbuchkontrolle verweigert

So habe die Schauspielhaus-Direktion an der Sitzung der Paritätischen Kommission vom Mittwoch eine Lohnbuchkontrolle durch eine neutrale Instanz verweigert. Bereits vorher habe sie jede Form einer pauschalen Abgeltung oder Kompensation abgelehnt.

Laut Mitteilung wies die Direktion die Mitarbeitenden auf die Möglichkeit individueller Klagen hin. Dieses Vorgehen widerspreche aber der Vereinbarung, heisst es weiter.

Die Schauspielhaus-Direktion sieht dies anders: In der Vereinbarung heisse es «einklagbare Forderungen», sagte der kaufmännische Schauspielhaus-Direktor Marc Baumann am Mittwoch auf Anfrage.

Aus Sicht der Direktion seien zudem nicht alle berechtigt für Nachzahlungen: Später eingetretene Angestellte hätten kein Recht dazu. Ebenfalls solche, die auch mit dem neuen System weiterhin den gleichen Lohn bekommen.

Eine Pauschallösung komme aus diesen Gründen nicht in Frage, sagte Baumann weiter. Das Schauspielhaus könnte sich zudem eine Pauschallösung - etwa eine Woche zusätzliche Ferien - gar nicht leisten. Bei Klagen von einzelnen Mitarbeitenden würden deren Lohnbücher sicher geöffnet.

Versammlung nächste Woche

Die Theaterleute werden kommende Woche an einer Personalversammlung das weitere Vorgehen beschliessen, heisst es weiter. Ein erneutes Aufflammen des Konflikts scheine sich abzuzeichnen.

Die technischen Angestellten des Schauspielhauses hatten Ende Januar vier Tage lang gestreikt. Sie forderten die Rücknahme eines Anfang Jahr nach gescheiterten Verhandlungen in Kraft gesetzten Lohnmodells. In der Vereinbarung akzeptierte das Personal unter anderem das städtische Lohnsystem. Die Überführung ins neue System erfolgte bei den meisten im April. (sda)

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