Aktualisiert 10.10.2003 14:19

Bali-Attentat: Neue Anschläge drohen

Ein Jahr nach den blutigen Bombenanschlägen auf der indonesischen Ferieninsel Bali sind die Wunden noch längst nicht verheilt.

Und die islamistische Jemaah Islamiyah (JI) kämpft weiter für die Errichtung eines Gottesstaats.

Am 12. Oktober 2002, an einem heissen Samstagabend auf der Partymeile der balinesischen Touristenhochburg Kuta, explodierten zwei Bomben, eine in einer Bar und eine vor einer Diskothek. Sie brachten den Terrorismus nach Südostasien.

202 Tote

38 Indonesier und 164 Ausländer, darunter 88 Australier und drei Schweizer, starben in dem vermutlich von der islamistischen Jemaah Islamiyah verursachten Inferno. Hunderte von Menschen erlitten schwere Verbrennungen.

Neben dem menschlichen Leid hatten die Anschläge auch wirtschaftliche Folgen. Auf Bali, das vom Tourismus lebt, machen noch heute 20 Prozent weniger Menschen Ferien als vor einem Jahr.

Es war das schwerste Attentat seit den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA. Von der Suche nach den Drahtziehern der Attentate von Bali sind Erfolge zu vermelden. Im August wurde Hambali in Thailand festgenommen. Er gilt als Drahtzieher. Drei weitere Verantwortliche sind bereits zum Tode verurteilt worden, ein Vierter zu lebenslanger Haft.

Militante Islamisten nicht besiegt

Alle gaben an, den Dschihad, den «Heiligen Krieg», gegen die USA und ihre Verbündeteten zu führen. Insgesamt sitzen in Asien nach Angaben von Beobachtern mittlerweile rund 200 Mitglieder der Jemaah Islamiyah, die auch für anti-westliche Anschläge in Singapur und Thailand verantwortlich gemacht wird, hinter Gittern.

Kämpfer der Gruppe sollen in Afghanistan und auf den Philippinen ausgebildet worden sein und Verbindungen zum Terrornetzwerk El Kaida haben.

Trotz der zahlreichen Festnahmen ist der islamistische Terrorismus in Südostasien nicht besiegt. Mehrere hundert Kämpfer warten angeblich noch in Indonesien, dem Land mit den meisten Moslems der Welt, auf ihren Einsatz. Auch in anderen Ländern der Region ist die Bedrohung real.

Neue Anschläge befürchtet

Bei dem jüngsten Anschlag, der der Gruppe zugeschrieben wird, starben Anfang August zwölf Menschen in der indonesischen Hauptstadt Jakarta. Die indonesische Polizei befürchtet vor allem jetzt, am bevorstehenden Jahrestag der Bali-Attentate, Terrorakte der Jemaah Islamiyah.

Die australische Regierung mahnte die Angehörigen der Opfer zu erhöhter Vorsicht bei den Gedenkfeiern und riet Landsleuten von Reisen nach Indonesien ab. Es gebe weiter Berichte über geplante Anschläge auf internationale Hotels, Botschaften oder westliche Einrichtungen, teilte das Aussenministerium mit. (sda)

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