Aktualisiert 22.07.2014 19:56

Kampfsport-Überfall

Balicha: «Das sind keine Schlagringe»

Am Dienstag sind Standbilder des Videos vom Überfall auf das Kampfsportcenter von Thaiboxer Shemsi Beqiri aufgetaucht. Nun äussert sich Paulo Balicha dazu.

von
bro

«Das sind keine Schlagringe, das sind normale Bandagen», sagt Paulo Balicha. Nachdem Fotos des Überfalls auf das Kampfsportcenter seines Widersachers Shemsi Beqiri in Reinach aufgetaucht sind, meldet sich der ehemalige Kickbox-Weltmeister gegenüber 20 Minuten erstmals selbst zu Wort. Er habe einen fairen Kampf gewollt. «Meine Begleiter trugen nur Schlagstöcke und Baseballschläger, um einen Kampf von Mann gegen Mann zwischen mir und Beqiri zu garantieren - hätte niemand eingegriffen, wäre auch niemand verletzt worden.»

Den Beweis, dass seine Bandagen so aussähen, will er nächste Woche antreten - momentan weilt Balicha im Ausland. Er kritisiert Beqiris Vorgehen: «Ich habe mich nie geäussert, weil es sich hier um ein laufendes Verfahren handelt, aber er hat sich immer in den Medien herausgeredet.» Mehrfach habe Thaibox-Champ Beqiri seine Schüler provoziert und angegriffen. Schweizweit bekannt geworden war Beqiri als Trainer des jugendlichen Straftäters Carlos. Jascha Schneider, Beqiris Anwalt, wollte Balichas Aussagen nicht kommentieren: «Die Bilder sprechen für sich.»

Balicha und ein rund 20-köpfiger Schlägertrupp hatten im Februar das Kampsportzentrum von Beqiri überfallen. Bei der heftigen Schlägerei wurden mehrere Personen verletzt. Beqiri, das eigentliche Hauptziel der Attacke, erlitt damals auch Knochenbrüche. Noch am selben Tag stellte sich Balicha der Polizei und kam daraufhin für drei Monate in Untersuchungshaft.

Noch am Tag seiner Entlassung postete er auf Facebook ein Bild von sich mit erhobenen Stinkefingern, auf einem weiteren Bild steht geschrieben: «Ich bereue nichts in meinem Leben, denn ich hatte auch die Eier für die Konsequenzen.»

Keine Stich- und Schusswaffen

Am Dienstag publizierte die «Basler Zeitung» Bilder des Überfalls auf das Superpro-Sportcenter. Es sind Standbilder aus einem Video, das von den maskierten Schlägern gedreht und am Tatort zurückgelassen worden war. Auf diesen sind jedoch keine Stich- oder Schusswaffen zu erkennen - auch davon hatten Gerüchte in den ersten Tagen nach dem Vorfall die Runde gemacht.

Ex-Weltmeister Balicha wird in der «Schweiz am Sonntag» zitiert, dass er «einen fairen Kampf» mit Beqiri habe austragen wollen: «Die Motivation, ein Video von den Vorkommnissen aufzunehmen, bestand darin, alle Vorfälle zu dokumentieren, da die Beqiris ja dafür bekannt sind, Tatsachen zu verdrehen und sich in eine Opferrolle zu begeben», sagte er. Darauf reagiert Schneider von der Gegenpartei gegenüber 20 Minuten verärgert: «Es ist ein Hohn, dass der brutale Übergriff derart verharmlosend dargestellt wird.»

Die Baselbieter Staatsanwaltschaft ermittelt in diesem Fall wegen versuchter schwerer Körperverletzung, Angriff, Freiheitsberaubung, Nötigung und Hausfriedensbruch.

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