Aktualisiert 04.05.2006 14:17

Balkan-Dieb muss in den Knast

Ein 30-jähriger Mann muss siebeneinhalb Jahre ins Zuchthaus, weil er im Mai 2002 in St. Gallen eine 81-jährige Frau überfallen hatte. Die Frau starb kurz nach dem Überfall an Herzversagen.

Der Räuber habe den Tod der Frau in Kauf genommen. Zu diesem Schluss kam das Kantonsgericht St. Gallen. Es verhandelte den Fall am Mittwoch in zweiter Instanz. Das Kreisgericht St. Gallen hatte den Mann aus dem ehemaligen Jugoslawien 2004 des Raubs schuldig gesprochen, nicht aber der vorsätzlichen Tötung, wie es der Staatsanwalt beantragt hatte.

Der Staat wie auch der Verurteilte gingen in Berufung. Die Staatsanwaltschaft forderte eine Zuchthausstrafe von 13 Jahren, die Verteidigung eine Reduktion der Strafe auf zweieinhalb Jahre. Das am Donnerstag veröffentlichte Urteil liegt etwa in der Mitte.

Das Kantonsgericht kam zum Schluss, dass der Mann den Tod seines Opfers in Kauf genommen habe. Er hatte die betagte Frau zusammen mit einem Komplizen überfallen. Im Schlafzimmer zwangen sie die alleinstehende Frau, ihnen das Versteck des Tresorschlüssels bekannt zu geben. Die beiden Männer stahlen Schmuck und Uhren.

Eine Nachbarin hörte das Opfer um Hilfe rufen. Die alarmierte Polizei fand die Frau tot auf dem Bett liegend. Ihre Leiche wurde untersucht. Sie war nach dem Raub als Folge der Stresssituation an Herzversagen gestorben. Einem behinderten Sohn des Opfers muss der Täter 20 000 Franken Genugtuung bezahlen.

(sda)

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