Shantel - «Disko Partizani»: Balkan-Disko ohne typische Spontaneität
Aktualisiert

Shantel - «Disko Partizani»Balkan-Disko ohne typische Spontaneität

Wehmütige Bläser aus dem Osten Europas, gepaart mit Dub und elektronischen Beats – damit verwandelte Shantels Projekt Bucovina Club die Dancefloors von Paris über Berlin bis Zürich.

Auf einmal war in den Clubs nicht mehr nur kühler, minimaler Techno zu hören. Warme, wodkagetränkte, organische Klänge sorgten für Ekstase, wie man sie sonst nur von den Jahrmärkten in Jablonec, an Polka-Partys in Polen oder an der Kirmes in Kiew kennt.

Diese Stimmung versucht Stefan Hantel nach seinen zwei äusserst erfolgreichen «Bucovina Club»-Compilations jetzt erstmals auch auf ein eigenes Album zu übertragen. Und Songs wie «Koupes – I'll Smash Glasses», «Fige Ki Ase Me» oder der Titeltrack «Disko Partizani» fordern den Hörer tatsächlich kompromisslos dazu auf, den Kopf in den Nacken zu werfen und wild in die Hände zu klatschen.

Doch leider hinterlässt «Disko Partizani» den schalen Nachgeschmack des Kalkulierten: Shantel hat in der Balkan-Disko seine Erfolgsformel gefunden – und die reizt er auf «Disko Partizani» etwas uninspiriert aus – bis zum Letzten. Und dabei bleibt die wilde Spontaneität, die diese Balkan-Pop-Konzerte gerade so reizvoll machen, völlig auf der Strecke.

Niklaus Riegg

Deine Meinung