Gesunde Füsse: Das sind die besten Schuhe für den Sommer
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Ein Podologe klärt auf«Ballerinas sind schlimmer als Absatzschuhe»

Für den Sommer wird es beim Schuhwerk gerne leicht. Wir haben mit einem Podologen darüber gesprochen, wieso Flip Flops auf Dauer keine gute Idee sind und worauf du bei Sommerschuhen sonst noch achten solltest.

von
Johanna Senn

Sandaletten, Sandalen, Slippers, Flip Flops… im Sommer lassen wir gerne etwas Luft an die Füsse. Podologe Zoran Vucinic von Podovita verrät im Gespräch mit 20 Minuten, wieso es Quatsch ist, dass sich der Schuh noch ausdehnt und ob Absatzschuhe tatsächlich so schlecht für die Füsse sind, wie man ihnen nachsagt.

Herr Vucinic, was ist ein gesunder Fuss?
Grundsätzlich kann man sagen, wer sich tagsüber bewegt und weder Druckbeschwerden, noch das Gefühl hat, dass der Fuss schwer oder angeschwollen ist, hat gesunde Füsse.

Von welchem Schuhmodell raten Sie aus podologischer Sicht im Sommer ab?
Die schlimmsten Schuhe sind Ballerinas. Meist werden sie in einer zu kleinen Grösse gekauft und sind vorne so gebogen, dass sie die Zehen einquetschen. Viele empfinden sie als bequem, doch sie sind schlimmer als Absatzschuhe. Sie fördern einen Hallux, eingewachsene Zehennägel und Druckstellen an den Zehen. Meist haben sie auch eine ganz dünne Sohle, was zu zusätzlichem Druck vom Boden führt. Barfuss gehen ist schon gesund, aber nicht auf dem Asphalt.

Wie ist es mit Flip Flops?
Auch Flip Flops sind keine guten Schuhe! Da sie überhaupt keinen Halt bieten, versuchen wir den Schuh beim Gehen mitzutragen. Der Gang ist durch diese Greifbewegung mit den Zehen dann nicht mehr gesund und normal. Wer die Flip Flops allerdings lediglich tragen will, um zum Beispiel zum Strand zu gehen, kann das problemlos tun. Zum Spaziergang würde ich sie aber nicht empfehlen.

Bei Sandalen, wie Birkenstocks, trägt man den Schuh bis zu einem gewissen Mass auch mit. Sind diese auch nicht zu empfehlen?
Bei dieser Art von Sandalen ist der Fuss stabiler fixiert, denn der Riemen verläuft über den Vorderfuss sowie über den Rist, also über den Mittelfuss. Damit der zweite Riemen den nötigen Halt gibt, sollte er über den höchsten Teil des Fusses verlaufen. Spätestens zwei Finger nach dem Abschluss des Beines sollte das Band beginnen – je früher desto besser.

Hier unsere Empfehlungen für Schuhe, die auch gut für deine Füsse sind:

Schenken dem Fuss Halt und funktionieren für Männer etwa prima zu hellen Leinenhosen: Sandalen Fr. 47.– von Quazi bei Vögele Shoes

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Voegele Shoes
Passen dank dem stretchy Band auch für breite Füsse und sind in vielen verschiedenen Farben erhältlich: Damen Sandale Fr. 19.95 von Dosenbach

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Dosenbach
Ein Unisex Klassiker, den auch deine Füsse mögen werden: Sandalen Arizona Fr. 99.– von Birkenstock bei Manor

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Birkenstock

Welche Art von Schuh ist für die Füsse im Sommer denn am besten?
Am besten sind offene Schuhe, die trotzdem Halt bieten. Das heisst, wenn der vordere Teil des Fusses sowie die Ferse stabilisiert sind.

Wieso ist es so wichtig, dass der Fuss Halt hat?
Wenn guter Halt vorhanden ist, stehen und gehen wir stabiler und sicherer. So verhindern wir auch, dass wir ausrutschen und etwa den Fuss verknicksen oder verstauchen. Zusätzlich wird durch einen guten Halt der Fuss entlastet und weniger schnell müde – so können wir länger gehen.

Sind Absätze wirklich so schlecht wie ihr Ruf?
Absatzschuhe sind nicht schlecht, wenn man sie in Massen trägt.

Was gilt es dabei denn zu beachten?
Ein Absatz bis zu drei Zentimeter ist auch für längere Zeit in Ordnung, da das Gewicht immer noch über den gesamten Fuss verteilt wird. Wenn der Absatz höher ist, gibt es eine Überdehnung, da man dann nur auf dem Vorderfuss, beziehungsweise den Zehen geht. Das Gewicht, das eigentlich über den ganzen Fuss verteilt sein sollte, konzentriert sich dann dort. Der Vorderfuss wird doppelt belastet. Darum sollte man hohe Absätze nur für kurze Zeit tragen, etwa zu besonderen Anlässen wie einem Abendessen oder zu einer Party.

Und wenn man tagsüber gar nicht auf den Absatz verzichten will?
Wer die Absatzschuhe zum Beispiel im Büro tragen will, dem empfehle ich, die Schuhe für den Weg ins Büro anzuziehen und unter dem Tisch auf flache Schuhe zu wechseln. Eine Stunde Absatzschuhe pro Tag schadet dem Fuss sicher nicht. Bei Frauen, die jeden Tag Absatzschuhe tragen, kann es zu einer verkürzten Achillessehne kommen, weil sie immer zu wenig gedehnt ist. Darum fühlt man sich dann auch in flachen Schuhen nicht mehr stabil.

Wäre ein breiterer Absatz aus podologischer Sicht besser?
Ja, wenn der Absatz dicker ist, bietet er mehr Halt.

Die richtige Schuhgrösse ist das Wichtigste!

Zoran Vucinic, Podologe

Ist es schädlich, wenn man Schuhe trägt, die drücken?
Meine Faustregel ist: Wenn Du einen Schuh anprobierst, sollte er sofort bequem sein. Dass sich der Schuh ausdehnt oder dass man ihn einlaufen kann, ist Quatsch! Meistens ist es so, dass sich der Fuss an den Schuh anpasst und nicht umgekehrt. Da der Fuss nebst Knochen praktisch nur aus Gelenken, Bändern und Sehnen besteht, kann er sich bis zu einem gewissen Grad anpassen, das ist für ihn aber nicht gesund. So kommt man in eine Schonhaltung, die etwa dazu führen kann, dass sich die Hüft- oder Oberschenkelsehnen verkürzen.

Gibt es eine Faustregel für die richtige Schuhgrösse?
Die richtige Schuhgrösse ist etwas vom Wichtigsten, was es gibt! Es gilt: Der Zeigefinger muss Platz haben. Das gilt auch für offene Schuhe. Wenn man einen Schritt nimmt und den Fuss beugt, bewegt er sich um ca. 7 Millimeter nach vorne. Hat er keinen Platz, stösst er immer vorne und hinten an. Das gibt dem Körper einen falschen Impuls und führt zu Hornhaut.

Verraten Sie uns Ihren liebsten Tipp für gesunde Füsse?
Auf das richtige Schuhwerk achten, also Schuhe wählen, die die passende Grösse haben und guten Halt bieten. Und das tägliche Eincremen ist das A und O der Fusspflege.

Welche Antwort unseres Experten hat dich am meisten überrascht? Sag es uns in den Kommentaren.

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