Eishockey-Sound: «Ballermänner» oder «Hardrocker»?
Aktualisiert

Eishockey-Sound«Ballermänner» oder «Hardrocker»?

Hockey-Playoff-Serien sind hart. Hart ist auch die Musik, die bei den vier Halbfinalisten vor den Spielen in der Kabine aus den Lautsprechern dröhnt.

von
Herbie Egli
Holen die «Ballermänner» des SC Bern den Titel oder gewinnen die «Hardrocker» aus Genf den Pokal? (Bild: Keystone)

Holen die «Ballermänner» des SC Bern den Titel oder gewinnen die «Hardrocker» aus Genf den Pokal? (Bild: Keystone)

Vor dem gestrigen Fernsehspiel Bern – Kloten verriet der SCB-Stürmer Roman Josi im Interview, dass sie vor einem Spiel jeweils Ballermann-Musik hören. Damit mache sich die Mannschaft heiss auf das Spiel. Bis jetzt schien das zu funktionieren. Bern hat sieben Playoffspiele in Serie gewonnen. Im Viertelfinal hat der SCB den HC Lugano in vier Partien ausgeschaltet. Nun scheint ihnen das gleiche gegen Kloten zu gelingen. Drei Halbfinalpartien haben sie schon für sich entschieden und sind noch ein Sieg vom Finaleinzug entfernt.

Nur mit Skihütten-Zauber zum Titel kann aber irgendwie nicht sein. Schliesslich sind Playoffserien keine Partyveranstaltungen. Und schon gar nichts für schwache Männer. Auf Anfrage von 20 Minuten Online gibt SCB-Sportchef Sven Leuenberger auch zu, dass seine Spieler nicht nur Ballermann-Hits hören. «Sie haben eine eigene CD zusammengestellt und gebrannt. Die Titel gehen von Schweizer Mundart über Ballermann bis zu Hells Bells.» Also doch. Die Spieler machen sich auch mit Rockmusik heiss auf die Spiele.

Rock, Rock und nochmals Rock

Beim Berner Halbfinalgegner Kloten Flyers sind härte Töne praktisch Standard. «Die Musik ist abwechslungsreich. Aber es läuft schon eher Rock und dies relativ laut», sagt Stürmer Roman Wick zu 20 Minuten Online. Neben seinen Hockey-Fähigkeiten hat Wick auch musikalisch viel zu bieten. Der 24-Jährige ist leidenschaftlicher Gitarrenspieler. Er musste in der Kabine aber noch nie selbst in die Saiten greifen. «Zu diesem Zeitpunkt bin ich auf das Spiel konzentriert.»

Ebenfalls laut zu und her geht es vor einem Spiel beim EV Zug. Gemäss Geschäftsführer Roland Wyss sind es eher die Jungen, die sich in der Kabine als DJ betätigen. «Es wird querbeet Musik gespielt. Das geht von der Hitparade bis zu AC/DC.» Ganz anders sieht die musikalische Situation bei Zugs Halbfinalgegner Servette aus. Beim Eintreffen der Spieler tönt aus der Garderobe noch Musik aus allen Stilrichtungen. Kurz bevor die Spieler die Kabine verlassen und aufs Eis gehen, kommt es aber zu einem ziemlich rockigen Ritual. «Es läuft immer das Lied ‹Du hast› von ‹Rammstein›», sagt man bei der Genfer Geschäftsstelle zu 20 Minuten Online.

Natürlich ist jeder Titel Geschmacksache. Auch der von Servette. Falls die Genfer diese Saison den Meistertitel wirklich zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte gewinnen, wird das Rammstein-Lied vielleicht der neue Klubsong. Holen aber die Berner den Pokal, können sie bei der Meisterparty definitiv nur noch Ballermann-Musik laufen lassen. Noch ist aber in beiden Serien kein Finalist bekannt.

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