Aktualisiert 04.06.2015 05:54

Touristen-Steuer

Ballermann-Trip soll teurer werden

Wird Deutschlands liebste Ferieninsel teurer? Die Koalitionsparteien planen eine Kurtaxe.

von
isa/cmr
Der Strand von Arenal auf Mallorca: Müssen Urlauber bald draufzahlen?

Der Strand von Arenal auf Mallorca: Müssen Urlauber bald draufzahlen?

Unsere Insel soll schöner werden: Im 17. Bundesland Deutschlands – vier von zehn Touristen auf dem eigentlich spanischen Mallorca sind Deutsche – wird eine Kurtaxe diskutiert. Die Öko-Abgabe soll etwa ein bis drei Euro am Tag kosten.

Die neu gewählte Mitte-links-Regierung auf Mallorca debattiert über die Wiedereinführung einer Touristenabgabe auf der spanischen Ferieninsel und den übrigen Balearen. Wie eine solche Steuer aussehen, ist noch offen. Sicher ist nur: Sie wird in der ein oder anderen Form kommen.

«Vorhaben nicht verteufeln»

«Auf den Balearen leben etwa 1,1 Millionen Menschen. Im Sommer nochmal soviele Besucher hierher. Dass das die Insel mitnimmt, sollte keinen überraschen», sagt Frank Feldmeier, stellvertretender Chefredakteur der «Mallorca-Zeitung» zu 20 Minuten.

Die für den Tourismus notwendigen Infrastrukturmaßnahmen müssten irgendwie finanziert werden, begründet Feldmeier den Vorstoß. «Man sollte das Vorhaben nicht von Anfang an verteufeln.» Es käme allerdings darauf an, wie die Steuer gestaltet werde, meint der Journalist, der schon seit Jahren auf der Insel lebt.

Reisebranche wehren sich gegen Touristenabgabe

Bis auf die Konservativen, die einer Wiedereinführung skeptisch gegenüberstehen, hatten alle linken Parteien die Taxe in ihren Wahlprogrammen. Offensiv gegen die Extrakosten für Touristen argumentieren mallorquinische Hoteliers. Der Hotelverband warnt schon jetzt vor großen Schäden für den Tourismus.

Auf Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera hatten Urlauber bereits von Mai 2002 bis Oktober 2003 eine «ecotasa» (Ökosteuer) zahlen müssen, die durchschnittlich einen Euro pro Nacht betrug. Die Reisebranche hatte die Abgabe heftig bekämpft. Sie sah darin einen Hauptgrund dafür, dass viele Deutsche Mallorca damals den Rücken kehrten.

Am Ende weigerten sich die Hoteliers, die Steuer einzuziehen.

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