Kontroverse um Ego-Shooter: Ballerspiel entsetzt Terror-Opfer
Aktualisiert

Kontroverse um Ego-ShooterBallerspiel entsetzt Terror-Opfer

Der erste Trailer zum Spiel «Modern Warfare 3» zeigt, wie eine Londoner-U-Bahn explodiert. Szenen, die britische Terror-Betroffene zu stark an die tödlichen Anschläge von 2005 erinnern.

von
owi

Handlungen aus Videospielen orientieren sich immer öfter an realen Schauplätzen. Nachdem PC-Spieler bereits die Tötung Bin Ladens als Navy Seal nachspielen konnten, geht der Krieg gegen den Terror in «Modern Warfare 3» in Städten wie New York, Paris oder London weiter.

«Ein ultra-brutales Computerspiel, das Explosionen und Szenen der Verwüstung in der Londoner U-Bahn sowie dem Parlamentsgebäude zeigt, wird im Laufe dieses Jahres erscheinen», schreibt die englische Zeitung «The Daily Mail». Betroffene des Terror-Anschlags vom 7. Juli 2005 fordern daher, dass «Call of Duty: Modern Warfare 3» verboten wird. Bei den Selbstmord-Anschlägen in der Londoner U-Bahn starben 52 Menschen.

Der erste Trailer zum Spiel zeigt, wie eine Londoner-U-Bahn bei einem Terror-Attentat entgleist und explodiert. Szenen, die britische Terror-Opfer und deren Angehörige anscheinend zu stark an die damaligen Anschläge erinnern.

Dass die Opfer und Angehörigen des Londoner-Terroranschlags das Spiel pietätlos finden, ist verständlich. Denkbar ist, dass Activision daher in England eine Version ohne U-Bahn-Szene vertreiben wird. Grundsätzlich stellt sich die Frage, warum die amerikanischen Spiele-Entwickler wenig Gespür für Terroropfer in Europa zeigen, während die Explosion des World Trade Centers in einem Video-Spiel bislang unvorstellbar war.

Titten, Gewalt und markige Sprüche

Erfolgreich, aber umstritten

Bereits der Vorgänger «Modern Warfare 2» wurde durch eine umstrittene Szene bekannt, in der Spieler als Terroristen den Moskauer Flughafen stürmen konnten.

Die Popularität von «Call of Duty» liegt nicht allein in der Qualität des Spiels begründet. Vielmehr scheint es Activison bewusst auf Skandale - ausgelöst durch umstrittene Spielhandlungen - anzulegen. So konnte der Spieler im letzten «Call of Duty» den ehemaligen kubanischen Staatschef Fidel Castro um die Ecke bringen. Jeder provozierte Bericht über die umstrittene Spiele-Reihe ist willkommene Gratiswerbung.

5,6 Millionen Verkäufe in 24 Stunden

Die Ego-Shooter-Reihe gehört zu den meistverkauften und umsatzstärksten Game-Serien der letzten Jahre. Der Vorgänger «Call of Duty: Black Ops» hat sich in den ersten 24 Stunden nach dem Verkaufsstart 5,6 Millionen Mal verkauft und damit einen neuen Start-Rekord hingelegt.

Der Erfolg beruht vor allem auf dem Multiplayer-Modus, der Millionen von Spielern in seinen Bann zieht. Besonders populär ist das Spiel auf der Xbox 360, aber auch auf der PS3, Nintendo Wii oder dem PC verzeichnet «Call of Duty» eine wachsende Anhängerschaft.

Kritiker sprechen indes vom Ausschlachten einer Marke, da Activision seit Jahren pünktlich zum Weihnachtsgeschäft ein neues Spiel auf den Markt wirft. Am Spielprinzip hat sich dabei seit Jahren wenig geändert, sodass vermutlich auch der neuste Ableger keinen Innovations-Preis einheimsen wird. Klar ist: Aufgrund der expliziten Gewaltdarstellung gehört «Modern Warfare 3» nur in die Hände Erwachsener.

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