Rassistische Beschimpfungen : Balotelli ist das grösste Social-Media-Opfer
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Rassistische Beschimpfungen Balotelli ist das grösste Social-Media-Opfer

Mario Balotelli wird in England in den sozialen Medien am meisten angegriffen. Auch rassistisch. Bei den Vereinen zieht Chelsea den Hass auf sich.

von
heg
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Mario Balotelli, Liverpool8000 diskriminierende Social Media-Posts im Zeitraum von August 2014 bis März 2015.52 Prozent davon rassistisch.

Mario Balotelli, Liverpool8000 diskriminierende Social Media-Posts im Zeitraum von August 2014 bis März 2015.52 Prozent davon rassistisch.

Keystone/AP/Jon Super
Danny Welbeck, Arsenal1700 diskriminierende Posts.50 Prozent davon rassistisch.

Danny Welbeck, Arsenal1700 diskriminierende Posts.50 Prozent davon rassistisch.

Keystone/Gerry Penny
Daniel Sturridge, Liverpool1600 diskriminierende Posts.60 Prozent wegen seiner Sexualität.

Daniel Sturridge, Liverpool1600 diskriminierende Posts.60 Prozent wegen seiner Sexualität.

Keystone/AP/rui Vieira

Es sind erschreckende Zahlen, die die Studie Kick It Out aus England liefert. In der laufenden Premier-League-Saison sind von August 2014 bis März 2015 134'400 diskriminierende Beiträge auf Social-Media-Kanälen platziert worden. 88 Prozent davon auf Twitter, 8 Prozent auf Facebook, 3 Prozent in Fan-Foren und 1 Prozent in Blogs.

Vor allem schwarze Spieler sind Opfer. Über Liverpools Mario Balotelli gab es 8000 diskriminierende Posts. Etwas mehr als die Hälfte (52 Prozent) war rassistisch. Dasselbe ist auch bei Danny Welbeck von Arsenal der Fall. Er wurde in 1700 Posts beleidigt. 100 weniger gab es für Daniel Sturridge, Teamkollege von Balotelli bei Liverpool. 60 Prozent davon waren diskriminierend in Bezug auf seine Sexualität.

Bei den Klubs erhält Chelsea, aktueller Leader der Premier League, am meisten diskriminierende Posts. 20'000 waren es. Knapp dahinter folgt Liverpool mit 19'000, Arsenal belegt Rang 3 mit 12'000 Beleidigungen. Die beiden Manchester, United und City, schlagen mit 11'000 Posts zu Buche.

Lösungen werden gefordert

Die diskriminierenden Posts werden meist nicht verfolgt. Die Polizei ging letztes Jahr nur 113 Fällen nach. In neun Fällen wurde der Täter ermittelt und bestraft. «Diese riesige Menge an schrecklichem Missbrauch ist abscheulich», sagte Roisin Wood, Chefin von Kick It Out. Es müsse etwas getan werden. «Wir müssen es ernst nehmen und laden die zuständigen Stellen und Behörden zur Zusammenarbeit ein, um Massnahmen zu diskutieren.»

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