Ban soll Annan folgen
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Ban soll Annan folgen

Der Weltsicherheitsrat hat den südkoreanischen Aussenminister Ban Ki Moon am Montag offiziell als Nachfolger für UN-Generalsekretär Kofi Annan nominiert.

Der 62-Jährige hatte bei einer informellen Abstimmung vor einer Woche als einziger von sechs Kandidaten die Stimmen aller fünf Veto-Mächte erhalten. Der Vorschlag des Sicherheitsrats wird in aller Regel von der UN-Vollversammlung bestätigt. Ban dürfte damit im Januar der achte Generalsekretär in der 60-jährigen Geschichte der Vereinten Nationen werden.

Nach ungeschriebenen Gepflogenheiten steht fest, dass nach dem aus Afrika stammenden Annan ein Diplomat aus Asien neuer UN-Generalsekretär wird. Annans zweite fünfjährige Amtszeit endet am 31. Dezember.

Sollte Ban von den 192 Mitgliedern bestätigt werden, wäre seine Wahl eine der schnellsten und einmütigsten in der Geschichte der UN. Nach der letzten von vier informellen Abstimmungen im Sicherheitsrat am Montag vergangener Woche hatten die fünf Mitbewerber des Südkoreaners ihre Kandidatur zurückgezogen. Der letzte Asiate, der das Amt innehatte, war von 1961 bis 1971 U Thant aus Birma.

Ban ist seit mehr als zwei Jahren südkoreanischer Aussenminister und arbeitete für zwei Präsidenten als Sicherheitsberater. Seit fast 40 Jahren ist er im diplomatischen Dienst. Er sehe sich in erster Linie als Diplomat im Weltgeschehen und wolle die Tagesgeschäfte der UN grossenteils seinem Stellvertreter übertragen, hat der 62-Jährige angekündigt. Eine seiner ersten Reisen werde ihn nach Nordkorea führen, erklärte er in der vergangenen Woche. Ausserdem will er sich wie Annan für eine Reform der Vereinten Nationen einsetzen.

Kritiker hatten bemängelt, Ban fehle der nötige Biss für das Amt des Generalsekretärs, und er werde eine schwache Führungsfigur abgeben. Er möge zwar nicht wie eine starke Persönlichkeit aussehen, konterte der Südkoreaner, aber er habe «innere Stärke».

Hoffnungen auf das oberste UN-Amt hatten sich neben Ban die lettische Präsidentin Vaira Vike-Freiberga, der frühere afghanische Finanzminister Aschraf Ghani und der Inder Sashi Tharoor gemacht, ausserdem der jordanische UN-Botschafter Seid al Hussein, Jayantha Dhanapala aus Sri Lanka und der Thailänder Surakiart Sathirathai. (dapd)

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