Ban versucht Hardliner zu knacken
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Ban versucht Hardliner zu knacken

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon ist auf seiner Tour durch Burma in die abgelegene burmesische Hauptstadt Naypyidaw geflogen. Er hatte dort als erster Ausländer seit dem verheerenden Zyklon vor drei Wochen einen Gesprächstermin mit dem Chef der Militärjunta, Than Shwe.

Der General gilt als Hardliner in der Regierung, der die meisten Entscheidungen allein trifft. Er hat dem Vernehmen nach alle bisherigen Versuche, das Land weiter für Hilfe und Helfer zu öffnen, abgeschmettert.

Ban hatte die Frustration über die schleppende Hilfe am Donnerstag in einem Gespräch mit Regierungschef Thein Sein in Rangun geäussert. Die Regierung steht aber auf dem Standpunkt, dass die Phase der ersten Hilfe für die 2,4 Millionen Bedürftigen vorbei ist und es jetzt um den Wiederaufbau geht.

An diesem Samstag soll in dem verwüsteten Katastrophengebiet und in Teilen von Rangun das Referendum über die umstrittene neue Verfassung nachgeholt werden. Die 47 besonders betroffenen Bezirke waren von der ersten Wahlrunde sieben Tage nach dem Zyklon ausgenommen gewesen.

Nach Angaben der Junta haben aber bereits 92,4 Prozent der Bevölkerung zugestimmt, so dass die Annahme der Verfassung ohnehin gesichert ist. Damit will das Militär seine Macht zementieren. Die Opposition sprach von massivem Wahlbetrug.

In den nächsten Tagen endet formal der Hausarrest für Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi. Die Friedensnobelpreisträgerin war am 30. Mai 2003 festgenommen worden. Der Hausarrest wurde alle zwölf Monate verlängert. Er kann nach burmesischem Gesetz aber insgesamt nur fünf Jahre dauern.

Ein amerikanischer Anwalt, der nach eigenen Angaben von der Familie angeheuert worden war, verlangte am Freitag ihre Freilassung an diesem Samstag (24. Mai). Damit könnte Suu Kyi an der Geberkonferenz für die Zyklon-Opfer teilnehmen, die an diesem Sonntag in Rangun stattfindet.

(sda)

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