Kultgetränk mit Äffchen: «Banago» ist wieder da
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Kultgetränk mit Äffchen«Banago» ist wieder da

Ein Frühstückstisch ohne eine Packung «Banago» war in der Schweiz der 70er und 80er kaum vorstellbar. Dann verschwand das Kult-Kakaogetränk. Jetzt kehrt die Traditionsmarke ins Regal zurück.

von
Sandro Spaeth

Banago weckt bei vielen Schweizerinnen und Schweizern Kindheitserinnerungen. Es war das Kult-Kakaogetränk in den 70er- und 80er-Jahren, bevor es für 12 Jahre aus den Verkaufsregalen des Einzelhandels verschwand. Ab Donnerstag kann man die Schweizer Traditionsmarke in der Migros wieder kaufen.

Auslöser für die Rückkehr von Banago ins Sortiment des orangen Riesen war eine Anfrage des Nahrungsmittelherstellers Haco, der für die Migros unter anderem die Farmer-Riegel herstellt: «Wir haben diese Chance sofort ergriffen», sagt Sprecherin Monika Weibel auf Anfrage von 20 Minuten Online.

Beim Detailhandelsriesen glaubt man an den kommerziellen Erfolg des Getränks mit dem Affen-Logo. «Diese Marke hat ein grosses Potenzial», sagt Weibel. Viele Kunden würden das Produkt aus ihrer Jugend kennen.

Lindt & Sprüngli sorgte für Banagos Untergang

Die Traditionsmarke Banago hat eine turbulente Geschichte. Erfunden wurde das beliebte Kakaopulver 1927 von der Firma Nago in Olten. Ursprünglich enthielt das Produkt auch Bananen, was den Namen Banago erklärt. 1971 wurde die Nago AG an Lindt & Sprüngli verkauft. In der Folge änderte sich das Produkterscheinungsbild mehrmals, was vermutlich auch zu einem Verlust der Käuferloyalität führte. Ab 1998 wurde die Produktion eingestellt, im Jahr 2000 war Banago ganz aus den Verkaufsregalen verschwunden.

Fischer Bettwarenfabrik

Die Markenrechte an Banago gehören heute der Firma Assessa Brand Licenses in Brunnen. Das Banago-Kakaopulver wird von der Firma Haco in Gümligen produziert, während das Banago-Frischgetränk durch die M-Industrie in Estavayer hergestellt wird.

Retro-Trend im Detailhandel?

Banago ist längst nicht die einzige Kultmarke im Detailhandel, die ein Revival feierte. Im Frühling 2011 hauchte der Getränkeproduzent Ramseier der Marke Sinalco neues Leben ein, unterstützt durch eine grosse Kampagne. 2002 hat Ramseier die Schweizer Rechte am Getränk mit dem roten Punkt dem Bierkonzern Feldschlösschen abgekauft.

Nach 15 Jahren in der Versenkung sind im Herbst 2010 auch die Zwiebelringe der Firma Zweifel zurückgekehrt – und zwar aufgrund von Konsumentenreaktionen auf Facebook. Auf der Social-Media-Plattform hatten zwei Gruppen mit gegen 12 000 Mitgliedern die Neulancierung der fast vergessenen «Onion Rings» gefordert.

Auferstanden ist 2010 auch das Getränk Vivi Kola, das 1938 von den Mineralquellen Eglisau erstmals auf den Markt gebracht wurde. Treibkraft hinter dem Retro-Getränk ist der Eglisauer Grafiker Christian Forrer. Er beliefert mit der dunkeln Brause derzeit vor allem die Gastronomie. 1949 war Vivi Kola einer der Sponsoren der Tour de Suisse.

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