Aktualisiert 24.02.2011 21:52

Zürich

Bancomat von Gangstern manipuliert

Immer wieder machen sich Gauner an Bancomaten zu schaffen. Bankkunde Lucien Esseiva erleichterten sie um über 3000 Franken.

von
Marco Lüssi
Wurde um 3000 Franken erleichtert: Lucien Esseiva. (Foto: lüs)

Wurde um 3000 Franken erleichtert: Lucien Esseiva. (Foto: lüs)

Wie schon oft bezog Lucien ­Esseiva (33) letzte Woche an einem Raiffeisen-Bancomaten am Limmatquai Bargeld. Darauf folgte nun die böse Überraschung: Seine Bank teilte ihm mit, er sei Opfer von ­Skimming geworden. Gangster hatten den Bancomaten so manipuliert, dass sie die Daten vom Magnetstreifen seiner Karte auf eine gefälschte neue Karte kopieren und den PIN-Code erspähen konnten, den er eingab. Danach schlugen die Verbrecher zu: An Geldautomaten der Bank of America hoben sie zehnmal in kurzen Abständen Dollarbeträge im Wert von über 3000 Franken von Esseivas Konto ab. «Dass etwas nicht stimmte, merkte ich erst, als die Bank meine Karte gesperrt hatte», sagt er.

Bei Raiffeisen bestätigt man den Skimming-Fall am Limmatquai. «Derzeit analysieren wir, wie lange der Bancomat manipuliert war und wie viele Kunden betroffen sind», sagt Sprecher Stefan Kern. Alle Geschädigten würden ihr Geld zurückerhalten. Die Raiffeisen-Bank, die jeden dritten Geldautomaten der Schweiz betreibt, stellt laut Kern jede Woche «eine Handvoll» Skimming-Versuche fest. Bei der Stadtpolizei Zürich sind seit Anfang Jahr einige Fälle aktenkundig. Sprecher Marco Bisa: «Oft haben wir die Manipulationen aber frühzeitig erkannt und beseitigt, so dass mögliche Straftaten verhindert werden konnten.»

Wer sich an diese Tipps der Stadtpolizei Zürich hält, kann sich vor Skimming schützen:

-Bedienteile des Bancomaten auf Beweglichkeit überprüfen.

-Nach einer eventuell angebrachten Videokamera Ausschau halten.

-Die Tastatur beim Eintippen des PIN-Codes mit der anderen Hand abdecken.

-Den Bancomaten vor dem Geldbezug auf Auffälligkeiten kontrollieren – beispielsweise auf Prospekthalter, die nie an Bancomaten angebracht sind.

-Bei Verdacht auf Manipulation kein Geld beziehen und sofort den Polizeinotruf 117 wählen.

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