06.11.2015 13:47

Bodensee

Banden klauten Bootsmotoren

Mit dem kühleren Wetter geht die Bootssaison auf dem Bodensee zu Ende. Dieses Jahr wurden vermehrt Bootsmotoren von Schiffen gestohlen.

Diesen Schiffsmotor stellte die Kapo Thurgau am 28. April 2015 sicher.

Diesen Schiffsmotor stellte die Kapo Thurgau am 28. April 2015 sicher.

Kantonspolizei Thurgau

Im Oktober sorgte ein Einbruch im Hafen von Rorschach für Aufsehen. Der Bootsbesitzer Josef Müller-Tschirky überraschte an einem Morgen einen jungen Rumänen, der in den Kleidern seiner Frau auf dem Segelboot übernachtet hatte, wie das Tagblatt berichtete.

Die Kantonspolizei St. Gallen teilte auf Anfrage mit, dass es sich bei dem Einbruch um einen Ausnahmefall handle. Häufiger sei der Diebstahl von Schiffsmotoren. Im Vergleich zum Vorfall in Rorschach werden solche Motorendiebstähle von professionell organisierten Banden betrieben. Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der Kantonspolizei St. Gallen, sagt dazu: «Einbrechen und auf einem Boot übernachten kann jeder Betrunkene oder Jugendliche. Für das schnelle und unauffällige Entwenden eines Motors aber bedarf es eines Spezialisten.»

Professionelle Banden

Die kriminellen Gruppen kommen meist über das umliegende Ausland in die Schweiz und entwenden in der Nacht die wertvollen Maschinenteile. Sie hinterlassen dabei keine Spuren und bringen das Diebesgut direkt ausser Landes. Auffallend sei, dass die gleichen Banden immer wieder für weitere Verbrechen in die Schweiz zurückkehren, so Krüsi.

Auch am Bodenseeufer im Kanton Thurgau kommt es laut Kantonspolizei zu Motorendiebstählen. Die Kantonspolizei Thurgau verzeichnet in den letzten zwei Jahren einen Anstieg an Bootsdelikten von rund 50 Prozent. Auch die deutsche Seite des Bodensees ist von den Diebstählen betroffen. Das Kompetenzzentrum für Bootskriminalität in Konstanz erfasste im Jahr 2015 bislang 40-50 Motorendiebstähle, was eine Zunahme von rund 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet.

Bootsbesitzern rät die Polizei, Unterlagen und Identifikationsnummern der Motoren aufzubewahren, um im Fall eines Diebstahls die Fahndung zu erleichtern.

(20 Minuten)

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