Risiko Stadtfuchs: Bandwurm-Infektion häufiger in Städten
Aktualisiert

Risiko StadtfuchsBandwurm-Infektion häufiger in Städten

Die grösste Gefahr durch Fuchsbandwürmer lauert nicht im Wald, sondern in den Schrebergärten und Freizeitanlagen am Rand von Städten.

von
Santina Russo
Der Fuchsbandwurm verbreitet sich über den Kot von Füchsen.

Der Fuchsbandwurm verbreitet sich über den Kot von Füchsen.

IPZ UZH

Kürzlich ist im Zoo Basel das Gorillamännchen Kisoro gestorben. Es litt seit langem unter einer schweren Lebererkrankung, die durch den Fuchsbandwurm verursacht wird. Dieser Parasit ist auch für Menschen gefährlich: «Hat er sich erst mal in der Leber eingenistet, verhält er sich wie ein bösartiger Tumor», sagt Peter Deplazes, Leiter des Instituts für Parasitologie an der Uni Zürich. Zwar ist die Krankheit heutzutage meist nicht mehr tödlich, jedoch oft auch nicht heilbar: Betroffene müssen über Jahrzehnte Medikamente einnehmen.

Übertragen werden die Parasiteneier vor allem über mit Fuchskot verunreinigte Nahrung oder ungewaschene Hände. Deshalb glauben viele, die grössten Gefahrenquellen seien Waldfrüchte wie Pilze und Beeren. Doch: «Mittlerweile leben viel mehr Füchse in den Städten und Agglomerationen», so Tiermediziner Deplazes. Auf einen Quadratkilometer kommen zehn bis 15 Tiere – rund die Hälfte davon sind Träger des Bandwurms. Resultat: Strassen, Schrebergärten und Freizeitanlagen wie Spielplätze und Freibäder sind mit infiziertem Kot verunreinigt.

Das hat Folgen: «Früher wurden vor allem Menschen in ländlichen Gebieten krank, heute jedoch auch in Städten.» Dramatisch ist die Situation aber nicht, sagt Deplazes. «Weil das Immunsystem die Parasiten meist abwehren kann, ist die Wurmerkrankung sehr selten.» In der Schweiz stecken sich pro Jahr 20 bis 30 Menschen neu an.

«Wissen»

in 20 Minuten wird unterstützt durch die GEBERT RÜF STIFTUNG und die Stiftung Mercator Schweiz.

Wie schützt man sich?

Empfohlen sind folgende Hygienemassnahmen:

• Wald- und Feldfrüchte, die in Bodennähe wachsen – wie Pilze und Gartengemüse, aber auch Fallobst – vor dem Genuss gründlich waschen oder sogar kochen.

• Strassen- und Gartenschuhe nicht in der Wohnung tragen.

• Nach der Gartenarbeit und dem Streicheln von Hunden die Hände waschen. (sru)

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