Aktualisiert 31.10.2011 15:34

Dämme haltenBangkok entgeht Katastrophe

Die Deiche um Bangkok haben trotzt des Rekordpegels dem Hochwasser weitgehend standgehalten. Die erwartete Überflutung der Innenstadt der thailändischen Hauptstadt blieb aus.

Die Innenstadt von Bangkok ist an der befürchteten Katastrophe vorbeigeschrammt. Der Fluss Chao Phraya trat zwar über die Ufer, aber das Geschäfts- und Einkaufszentrum blieb am Wochenende trocken. Der wirtschaftliche Schaden ist allerdings immens.

Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra hatte am Samstagabend an die Bevölkerung appelliert, Geduld zu zeigen. «Die Situation sollte sich bis Montag verbessern», sagte sie vor den Medien. «Die Normalität sollte bald zurückkehren.»

Hochwasser treibt Bewohner in die Flucht

Die Entwarnung war wenige Stunden vor dem Scheitelpunkt der Flut gekommen: Die Regierungschefin sagte am Samstagmorgen, die Situation im Norden des Landes habe sich entspannt. Damit verringerte sich der Druck auf die Flutbarrieren im Norden der Stadt, in die Kanäle drang weniger Wasser als zunächst gedacht.

Am Chao Phraya allerdings kam zu den Wassermassen aus Zentral- Thailand eine Springflut im Golf von Thailand, die Wasser in die Mündung des Flusses drückte. Sie ist nur 35 Kilometer Luftlinie von Bangkok entfernt. Doch der Rückstau des Wassers im Stadtgebiet fiel geringer aus als befürchtet.

Der Gouverneur von Bangkok, Sukhumbhand Paribatra, sagte, das Wasser auf dem Chao Phraya habe am frühen Sonntag einen Rekordpegelstand von 2,53 Metern erreicht.

Gefährdeter Königspalast

Am Ufer des Chao Phraya wurden Strassen in der Nähe des alten Königspalastes und in Chinatown überflutet, ebenso Bezirke in Thon Buri auf der anderen Seite des Flusses. Auch in den nördlichen Aussenbezirken standen zahlreiche Gebiete teils einen Meter unter Wasser.

Betroffen war auch der Inlandflughafen Don Muang, wo das Krisenzentrum der Regierung (Froc) untergebracht war. Es wurde am Samstag verlegt, weil die Mitarbeiter kaum noch durch das tiefe Wasser zur Arbeit waten konnten. Der Flughafen blieb geschlossen. Der Flugbetrieb am internationalen Suvarnabhumi-Flughafen war hingegen nicht beeinträchtigt.

Seit Ende Juli kamen bei den Überschwemmungen in Thailand nach neuesten Angaben 381 Menschen ums Leben. Weite Teile des Landes und sieben Industrieparks mit hunderten Fabriken waren überschwemmt. Der wirtschaftliche Schaden wird auf bis zu 500 Milliarden Baht - 15 Milliarden Franken - geschätzt.

Zehntausende Menschen waren in den vergangenen Tagen aus Angst vor den Wassermassen aus Bangkok in Richtung der Küstenregionen geflohen, nachdem die Regierung fünf arbeitsfreie Tage angeordnet hatte. Am Sonntag kündigte die Regierung aber an, die Tage nicht zu verlängern.

Schweiz hilft

Die Schweiz unterstützt die Hilfsorganisationen in der Hochwasserregion in Thailand und Kambodscha nach eigenen Angaben mit 100 000 Franken.

Das Geld kommt dem Thailändischen Roten Kreuz und lokalen thailändischen Organisationen zugute sowie einer Organisation in Kambodscha, wie das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Sonntag der Nachrichtenagentur sda gegenüber bestätigte. (sda)

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