Thailand: Bangkoks Finanzviertel wird abgeriegelt
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ThailandBangkoks Finanzviertel wird abgeriegelt

In Bangkok wollen bewaffnete Soldaten Demonstranten der Opposition daran hindern, ihre Proteste in den Finanzbezirk auszuweiten. Stacheldraht wird ausgerollt.

Soldaten in Bangkok harren der Dinge, die da kommen.

Soldaten in Bangkok harren der Dinge, die da kommen.

In der thailändischen Hauptstadt Bangkok haben Soldaten und Polizisten am Montag den Finanzbezirk abgeriegelt. Ein Armeesprecher sagte, dass die Sicherheitskräfte zum Einsatz von Schusswaffen gegen Demonstranten bereit seien.

Rund 1500 Soldaten und hunderte Polizisten errichteten Barrieren aus Stacheldraht, um das Finanzviertel vor den Protesten der oppositionellen Rothemden zu schützen. Soldaten patrouillierten mit Sturmgewehren und Schrotflinten durch den Silom-Distrikt.

Tausende Demonstranten kontrollieren seit Wochen das benachbarte Touristen- und Einkaufsquartier und drohen, ihre Proteste auf den Finanzbezirk auszuweiten. Für Dienstag kündigten sie eine Grosskundgebung gegen Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva an.

Scharfe Munition

Ein Armeesprecher bestätigte der Nachrichtenagentur AFP, dass die Einsatzkräfte mit scharfer Munition bewaffnet würden. Die Sicherheitskräfte hätten das Recht, sich selbst zu schützen, sagte er.

Bereits vor rund einer Woche hatte die Armee Schusswaffen gegen Demonstranten eingesetzt. Bei Strassenschlachten zwischen den Rothemden und der Armee starben mindestens 25 Menschen, über 800 weitere wurden verletzt.

Die Armee forderte am Montag die Rothemden auf, keine Kinder und alte Leute in vorderer Linie demonstrieren zu lassen. Regierungssprecher Panitan Wattanayagorn sagte, die Sicherheitskräfte hätten klaren Befehl, eine Ausweitung der Proteste zu verhindern.

Opposition bemüht sich um König

Die Oppositionspartei Puea Thai bemühte sich um eine Audienz bei König Bhumibol Adulyadej. Der schwer kranke 82-Jährige liegt seit Monaten im Spital und hat sich bislang nicht zur Krise geäussert.

Der Chef von Puea Thai, der frühere Ministerpräsident Chavalit Yongchaiyudh, teilte mit, er habe eine Anfrage an das Büro des Privatsekretärs des Königs gemacht. Auch Ex-Ministerpräsident Somchai Wongsawat von Puea Thai bat um eine Audienz beim König. Bhumibol ist die wichtigste Integrationsfigur des Landes.

Seit mehr als einem Monat besetzen die Rothemden Teile Bangkoks. Seit fast zwei Wochen gilt zwar ein Ausnahmezustand, der Versammlungen von mehr als fünf Menschen verbietet, doch ignorieren die oft mit roten T-Shirts bekleideten Demonstranten dies.

Die Rothemden werfen Abhisit vor, nur im Interesse der Eliten des Landes zu regieren. Viele der Oppositionellen sind Anhänger des 2006 gestürzten Regierungschefs Thaksin Shinawatra und stammen aus den ländlichen ärmeren Gegenden im Norden. (sda)

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