13.02.2020 14:16

Ermittlung wegen BetrugBangladescher lebten mit Fake-Pässen in Schweiz

Personen aus Bangladesch konnten sich dank eines Landsmannes in der Schweiz niederlassen und hier arbeiten. Auch von Sozialleistungen profitierten sie.

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Personen aus Goa haben die Möglichkeit, den portugiesischen Pass zu beantragen.

Personen aus Goa haben die Möglichkeit, den portugiesischen Pass zu beantragen.

iStock/Image prétexte
Ein Mann aus der Region Lausanne soll diesen Umstand dazu genutzt haben, ...

Ein Mann aus der Region Lausanne soll diesen Umstand dazu genutzt haben, ...

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... um Landsleuten aus Bangladesch zur Einreise und Arbeit in der Schweiz zu verhelfen.

... um Landsleuten aus Bangladesch zur Einreise und Arbeit in der Schweiz zu verhelfen.

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Die Waadtländer Justiz ermittelt in einem Fall, in dem es um Betrug geht. Zu den Protagonisten gehören: Personen aus Bangladesch, gefälschte portugiesische Pässe und ein Mann mit der Niederlassungsbewilligung C. Letzterer ist selbst Bangladescher und lebt laut 20 Minutes seit 20 Jahren in der Region Lausanne.

Er wird beschuldigt, seinen Landsleuten gefälschte portugiesische Pässe ausgestellt, ihre Einreise in die Schweiz organisiert und sich um die Unterbringung gekümmert zu haben. Sie wurden durch die Ausweise zu Europäern, konnten sich niederlassen, arbeiten und profitierten von Sozialleistungen. Dies, ohne die portugiesische Sprache auch nur im Ansatz zu beherrschen. Dem Mann im Zentrum des Geschehens wird weiter vorgeworfen, die Löhne seiner Landsleute unter Drohung, sie würden ihre Aufenthaltsbewilligung verlieren, eingezogen zu haben. Zudem soll er ihre Bewegungsfreiheit eingeschränkt haben.

10'000 Franken in bar

Wie der Mann selbst lebten auch die übrigen Personen aus Bangladesch unter falschem Namen in der Schweiz. Statt sich als Bangladescher auszugeben, gab er an, aus der ehemaligen portugiesischen Kolonie Goa, die jetzt zu Indien gehört, zu stammen. Wie 20 Minutes weiter schreibt, haben die Bewohner aus dem ehemaligen portugiesischen Territorium das Recht auf die Staatsbürgerschaft des damaligen Besatzers, wenn sie diese beantragen.

Die Untersuchung, bei der der Mann in seinem Restaurant im vergangenen September festgenommen wurde, brachte die Meldung eines Opfers ins Rollen. In der Wohnung des Beschuldigten S. Z. fand die Polizei 10'000 Franken in bar sowie Kopien von Pässen und Aufenthaltsgenehmigungen. «S. Z. bestreitet die Vorwürfe», sagt sein Anwalt. Nach einigen Wochen in Haft wurde der Beschuldigte vor den Festtagen wieder freigelassen. Die Ermittlungen dauern an.

(20 Minuten)

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