Social Media: Bank belohnt Kunden für Facebook-Likes
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Social MediaBank belohnt Kunden für Facebook-Likes

Die deutsche Fidor-Bank lässt ihre Kunden über Facebook abstimmen. Sobald 2000 Nutzer auf der Fidor-Seite «Gefällt mir» anklicken, steigt der Guthabenzins.

von
cls
Der Vorstandssprecher der Internetbank Fidor, Matthias Kröner.

Der Vorstandssprecher der Internetbank Fidor, Matthias Kröner.

Die junge deutsche Internetbank Fidor geht gern neue Wege. So bietet die Bank, die nach der Finanzkrise gegründet wurde und sich deshalb ironisch als «Post-Desaster-Bank» («Die Bank nach der Katastrophe») bezeichnet, ihren Kunden einen speziellen Service: Sie lässt sie selbst über den Zins mitentscheiden. Boni für Bankkunden statt für Investmentbanker gehören ebenso zu diesem Konzept wie die Zinsentscheide über Facebook. Auch belohnt die Bank all jene Kontoinhaber, die oft mit der Bank via Social Media in Kontakt treten.

Wer eine Frage stellt oder beantwortet, bekommt 10 Cent. Wer es schafft, ein Tutorial-Video auf dem Youtube-Kanal der Bank zu veröffentlichen, erhält 100 Euro. Mit 1000 Euro kann rechnen, wer sich ein Finanzprodukt ausdenkt, das ins Fidor-Angebot aufgenommen wird.

Fragen werden belohnt

«Wir sind die einzige Bank, die dafür Geld bezahlt, wenn die Kunden Fragen stellen», sagt Matthias Kröner, Vorstandssprecher der Bank, zur Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Reich wird davon allerdings keiner. «Das Wichtigste ist, dass sich die Leute mit ihrem Geld beschäftigen.»

Das neuste Facebook-Posting ist ähnlich: Die Fidor-Bank verschenkt 10 Kunden ein Startguthaben von 1000 Euro. Die Münchner Internetbank hat sich zum Ziel gesetzt, alle paar Monate mit einer Neuerung zu kommunizieren. So hat sie vor einiger Zeit einen Kredit-Notruf eingerichtet, über den Kunden auf die Schnelle an Geld kommen können, berichtet die FAZ. Wer beispielsweise am Wochenende in der Klemme steckt, kann sich über eine Smartphone-App mal eben 100 Euro leihen. Dafür werden allerdings satte sechs Euro fällig. Wer binnen 30 Tagen ordnungsgemäss zurückzahlt, darf beim nächsten Mal 200 Euro beantragen.

Panne an der Kasse

Aber nicht alles klappt auf Anhieb. So lancierte das Bankinstitut, dessen Name Vertrauen bedeutet (von lateinisch «fide») die sogenannte Smartcard, die sowohl als Kreditkarte als auch als Maestrokarte benutzt werden kann. Selbst Geld kann man mit der Karte verdienen, und zwar indem man sie nicht in einen Geldautomaten steckte. Wer im Monat kein Bargeld abhebt, bekommt fürs Nichtstun zwei Euro gutgeschrieben, weil er keine Kosten verursacht hat. Wer einmal zum Automat geht, erhält noch einen Euro. Von der dritten Abhebung an werden dann jeweils zwei Euro Gebühren fällig. Bei manchen Kartenbesitzern funktionierte die Karte allerdings nicht. Nicht alle Terminals konnten sie lesen.

Auf Facebook schrieb zum Beispiel Nutzer und Bankkunde Sebastian Schulte: «In der Schlange vor der Kasse im Supermarkt stehen, der Korb übervoll mit dem Einkauf für die ganze Woche. Nur das Handy und die Fidor-Smartcard dabei, wohl wissend, dass im Moment weder die Fidor-Webseite funktioniert noch die Karte. Und dann, nur noch ein Kunde mit wenigen Produkten vor einem, der erlösende Post von Fidor-Oliver, dass das System wieder funktioniert. Spannung: unbezahlbar.» Aller Kritik zum trotz: Bei den Leuten kommt Fidor gut an. Der Kundenstamm hat sich innerhalb von zwei Jahren auf fast 100'000 verdreifacht.

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