Tierschützer sind skeptisch: Bank lässt 10'000 Ballone mit Bargeld-Gutscheinen in die Luft steigen
Publiziert

Tierschützer sind skeptischBank lässt 10'000 Ballone mit Bargeld-Gutscheinen in die Luft steigen

Zum 200-jährigen Jubiläum liess die Berner Regionalbank EEK nicht nur 99, sondern gleich 10’000 Luftballons mit Gutscheinen in die Höhe steigen. Tierschützer kritisieren die Aktion.

von
LAH
1 / 5
10’000 Luftballons fliegen zurzeit über die Region Bern.

10’000 Luftballons fliegen zurzeit über die Region Bern.

Facebook/Bank EEK
Die Regionalbank EEK liess sie am Samstagnachmittag in die Luft steigen. Anlass dazu ist das 200-jährige Jubiläum der Bank.

Die Regionalbank EEK liess sie am Samstagnachmittag in die Luft steigen. Anlass dazu ist das 200-jährige Jubiläum der Bank.

Facebook/Bank EEK
An den Ballons hängen Gutscheine im Wert von 200’000 Franken. Wer einen Ballon findet, erhält einen Bargeld-Gutschein sowie die Möglichkeit, Geld zu spenden.

An den Ballons hängen Gutscheine im Wert von 200’000 Franken. Wer einen Ballon findet, erhält einen Bargeld-Gutschein sowie die Möglichkeit, Geld zu spenden.

Facebook/Bank EEK

Darum gehts

  • Anlässlich ihres 200-jährigen Bestehens liess die Berner Regionalbank EEK 10’000 Luftballone in die Höhe steigen.

  • An den Ballonen hängen Bargeld-Gutscheine im Gesamtwert von 200’000 Franken. Wer einen Ballon findet, hat zudem die Möglichkeit, Geld zu spenden.

  • Der Schweizer Tierschutz STS und die Birdlife Schweiz haben keine Freude an der Jubiläumsaktion. Für die Tiere könne sie unschön enden.

  • Die Ballone, Schnüre und Gutscheine seien jedoch biologisch abbaubar, so die Bank.

Das Wetter ist gut, die Temperaturen ideal und die Windrichtung passt. Das bedeutet grünes Licht für die Jubiläumsaktion der Berner Regionalbank EEK: 10’000 Ballone mit Bargeld-Gutscheinen im Wert von insgesamt 200’000 Franken liess die Bank am Samstagnachmittag in Münchenwiler BE in die Luft steigen. Von da aus sollten die Ballone in Richtung der Agglomeration Bern fliegen, um dort die Bewohnerinnen und Bewohner zu erfreuen.

Tierschutzorganisation kritisiert die Aktion

Die Jubiläumsaktion kommt jedoch nicht bei allen gut an. Die Ballons, Bändel und Gutscheine seien zwar zu 100 Prozent biologisch abbaubar, versichert die EEK in ihrer Mitteilung. Dennoch könnten die Luftballons für Tiere und die Umwelt zum Problem werden, sagt Helene Sandmeier, Sprecherin des Schweizer Tierschutzes STS: «Wenn die Luftballone auf einer Wiese landen, könnten sie von weidenden Tieren – wie etwa von Kühen – gefressen werden.» Die Tiere könnten solche Abfälle nur schlecht verdauen, daran erkranken oder sterben. Dass die Ballone biologisch abbaubar sind, sei sicherlich von Vorteil. Es zeige auch, dass sich die Bank mit dem Thema Umwelt auseinandergesetzt habe und Wert darauf lege. Doch: «Das bedeutet leider nicht, dass die Abfälle innerhalb von fünf Minuten weg sind.»

Ballone sind biologisch abbaubar

Auch Stefan Bachmann, Sprecher der Vogelschutzorganisation Birdlife Schweiz, reagiert vorerst skeptisch auf die Aktion. Er macht sich Sorgen wegen des Litterings und auch der Schnüre an den Ballonen: «Darin könnten sich Tiere verfangen», so Bachmann. Auch er hält es jedoch für einen entscheidenden Unterschied, dass die Ballone vollständig biologisch abbaubar sind. Denn: «Das Plastik stellt beim Littering oftmals das Hauptproblem dar. Es zersetzt sich nur sehr langsam, reichert sich in den Böden als Mikroplastik an und wird dadurch sogar von den Vögeln an ihre Jungtiere verfüttert.» Sein Fazit lautet deshalb: «Die Aktion ist aus meiner Sicht nicht optimal, doch wenn sich die Luftballone schnell abbauen, verbessert das die Ausgangslage.» Bei der EEK war am Sonntag niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

Spendenaktion

Unter den Bernerinnen und Berner gehen die Meinungen zur Aktion ebenfalls auseinander, wie die Kommentare unter dem Facebook-Post der Bank zeigen. Viele Leute freuen sich jedoch über die Aktion. Denn wer einen Ballon findet, erhält nicht nur einen Zustupf für das eigene Portemonnaie, sondern auch die Möglichkeit, die Bank 20 Franken für einen guten Zweck spenden zu lassen. Gespendet werden kann das Geld etwa dem Verein «Bärner Fasnacht», an die Sprachheilschule Wabern – oder an den Berner Tierschutz. Das wiederum findet auch Tierschützerin Sandmeier gut: «Das Geld zu spenden – gerade an den Umwelt- und Tierschutz – stellt eine Art Ausgleich dar und würde den Kreislauf schliessen.»

Deine Meinung

26 Kommentare
Kommentarfunktion geschlossen

MAK2

23.02.2021, 12:18

Der Mensch überlegt nix. Wenn diese Ballone auf einen Acker mit Vieh landen, dann wird dieses Gummi gefressen. Nicht sehr klug sowas!

Hanf Riedmsnn Helpdesk

22.02.2021, 08:51

Wo sind die Ballone genau Geldnöte ?

Opa70

22.02.2021, 08:50

Tierschützer kritisieren alles... das ist meine Wahrnehmung... das Tier steht über dem Menschen