Aktualisiert 04.02.2013 17:03

Tägerwilen

Bank mit Rekord-Bilanzsumme

In einem Thurgauer Dorf steht die Raiffeisen-Bank mit der grössten Bilanz - eine Folge des Immobooms.

von
Theepan Ratneswaran
Josef Maier ist Vorsitzender der Bankleitung der Rekordbank in Tägerwilen.

Josef Maier ist Vorsitzender der Bankleitung der Rekordbank in Tägerwilen.

Am Bodensee nahe der deutschen Grenze liegt das Thurgauer 4000-Seelen-Dorf Tägerwilen. Doch die beschauliche Kulisse trügt: Die Raiffeisenbank Tägerwilen hat mit 1,5 Milliarden Franken die höchste Bilanzsumme aller 321 Schweizer Filialen. Dieser Milliardenbetrag in einer ländlichen Bank beruht laut Bankleiter Josef Maier auf dem boomenden Immobiliengeschäft am Bodensee: «Wegen der attraktiven Wohnlage und günstigen Bodenpreisen sind in den vergangenen Jahren viele Vermögende aus dem Kanton Zürich und dem grenznahen Ausland zugezogen.» Zudem hätten sich vermehrt neue Firmen im Thurgau angesiedelt.

Rekord kein Grund zum Jubeln

Der inoffizielle Raiffeisen-Rekord ist für Maier laut eigenen Angaben aber kein Grund zum Jubeln: «Wir wollen uns nicht mit anderen Filialen oder Banken vergleichen.» Er sieht zudem nur verhalten optimistisch in die Zukunft: In der Region Tägerwilen und am Untersee seien die Baulandreserven langsam aber sicher aufgebraucht.

Dass sich das Wachstum im regionalen Immobilienmarkt leicht abschwächen wird, erwartet auch UBS-Ökonom Matthias Holzhey. Er ist Autor einer neuen Studie zu Immobilienblasen in der Schweiz. «Die Nachfrage nach Immobilien am Untersee wird nicht auf ewig so hoch bleiben wie momentan. Der ganz grosse Boom ist vorbei.»

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