Aktualisiert 28.09.2010 20:05

Basel IIIBank-Regeln: Schweiz profitiert

Ende Woche setzt die Schweiz
die Eigenkapital-Regeln der Banken fest. Die Schweiz dürfte profitieren.

von
Gérard Moinat

Anfang Monat schwitzten die Geldinstitute weltweit vor den verschärften Eigenkapitalvorschriften «Basel III». Doch die Schweizer Banken legen derzeit einen wahren Saunamarathon hin: Ihnen droht diese Woche der Bericht «Too big to fail» unter dem Vorsitz von Peter Siegenthaler. Darin sollen Lösungen aufgezeichnet sein, wie das Risiko von zu grossen Banken in der Schweiz verringert werden kann. Insider erwarten vom Bericht die Forderung nach härteren Eigenmittel-Vorschriften als diejenigen von «Basel III»: dem sogenannten «Swiss Finish».

Namhafte Schweizer Top-Banker, wie UBS-Chef Oswald Grübel, warnten im Vorfeld vor einem Horrorszenario. Falls der «Swiss Finish» zu hart ausfalle, müssten Schweizer Banken ihre Geschäftstätigkeit ins Ausland verlegen. Doch ganz so schlimm dürfte es gemäss Experten nun doch nicht kommen. «Ich denke, der Bericht wird Regelungen auf dem Niveau für Grossbanken der Konkurrenz-Finanzmärkte England und USA vorschlagen», sagt Vontobel-Analystin Teresa Nielsen. Das heisst: Die Banken bleiben konkurrenzfähig. Die Verlagerung von Arbeitskräften ins Ausland, wie von den Banken angedroht, dürfte also ausbleiben. «Die Banken-Arbeitsplätze kommen eher wegen der schleichenden Weltkonjunktur unter Druck», glaubt sie. Nicht nur die Banken dürften mit einem blauen Auge davonkommen: «Die Banken werden wegen der neuen Regeln die Kosten von Finanzmarktkrisen künftig weniger auf den Steuerzahler abwälzen dürfen», sagt der Basler Ökonomieprofessor Peter Kugler. «Deshalb werden wir alle davon profitieren.»

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.