Wegen Milliardengewinnen: Bankangestellte wollen mehr Lohn

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Wegen MilliardengewinnenBankangestellte wollen mehr Lohn

Die Banken führen Sparprogramme durch, dennoch fordern die Schweizer Bankangestellten eine Lohnerhöhung. Damit soll die Lohnschere geschlossen werden.

13 Milliarden Franken hätten die Schweizer Banken im letzten Jahr erwirtschaftet, schrieb der Schweizerische Bankpersonalverband (SBPV) am Mittwoch. Dabei stützt er sich auf Angaben der Schweizerischen Nationalbank (SNB) und der Schweizerischen Bankiervereinigung. Dies sei eine Gewinnsteigerung von 20 Prozent gegenüber 2010.

Die Boni seien gekürzt und viele Bankangestellte hätten in den vergangenen zwei Jahren keine Lohnerhöhung zugesprochen erhalten, schreibt der SBPV. Deshalb sei es an der Zeit, dass sich die Banken gegenüber ihrem Personal «grosszügig» zeigten. Zudem wolle der Verband die «wachsende Lohnschere» im Bankensektor ausgleichen.

Bescheidene Forderung

«Die Angestellten stehen unter grossem Druck», sagte SBPV-Präsident Peter-René Wyder auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA - viele seien auf ein anständiges Fixgehalt angewiesen. Ausserdem handle es sich mit den monatlich 100 Franken nur um eine «bescheidene Forderung».

Dennoch stösst diese Forderung bei den Banken auf taube Ohren. Wie dessen Arbeitgeberverband AGV Banken in einer Stellungnahme schrieb, lehnt er generelle Lohnerhöhungen ab. Eine Umfrage bei den Banken habe zudem ergeben, dass grundsätzlich kein Raum für höhere Löhne bestehe.

Nur «individuelle» Lohnanpassungen

Der Verband verwies auf das «schwierige und von Unsicherheiten geprägte Umfeld», in dem sich die Banken in diesem und im kommenden Jahr befänden. Teilweise könnten «gezielte, individuelle Saläranpassungen» in Betracht gezogen werden, wofür aber maximal 0,5 Prozent der Lohnsumme zur Verfügung stehe.

Stattdessen würde bei vielen Banken der Erhalt von Arbeitsplätzen im Vordergrund stehen. Denn Abbaumassnahmen würden als Folge des Regulierungs- und Margendrucks unumgänglich sein. (sda)

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