Aktualisiert 09.08.2011 14:29

Angst vor dem CrashBanken bringen Geld in Sicherheit

Die Banken haben in den letzten Nächten ungewöhnlich viel Geld bei der Europäischen Zentralbank geparkt. Das ist laut EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny kein gutes Zeichen.

EZB-Chef Jean-Claude Trichet (links) und EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny (rechts).

EZB-Chef Jean-Claude Trichet (links) und EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny (rechts).

Die EZB sieht mit Sorge, dass viele Banken angesichts der momentanen Marktturbulenzen mehr Geld als sonst bei der Zentralbank parken. «Das ist kein gutes Zeichen», sagte EZB- Ratsmitglied Ewald Nowotny am Dienstag im österreichischen Rundfunk.

Die Geschäftsbanken haben zu Wochenbeginn mehr als 145 Milliarden Euro bei der EZB über Nacht geparkt, was als ungewöhnlich hoher Betrag gilt. Trotz der relativ niedrigen Verzinsung von 0,75 Prozent gehen viele Banken wegen der unsicheren Marktlage auf Nummer sicher und nutzen die Einlagefazilität der Zentralbank als sicheren Hafen.

Misstrauen unter den Banken

Die Geldinstitute sind zugleich bei der Vergabe von unbesicherten Krediten untereinander wieder knausriger geworden. «Liquidität ist genug da, aber die Umverteilung funktioniert trotzdem nicht so wie sie sollte», fasste ein Händler zusammen. «Es sieht fast so aus, als bereite der Geldmarkt den Exit vom Exit vor.»

Erst vor kurzem war am Geldmarkt wieder von einer allmählichen Rückkehr in die Normalität gesprochen worden. «Das ist jetzt alles wieder weg», fügte der Händler hinzu. Am Anstieg der Einlagefazilität der EZB lasse sich das sehr gut ablesen, fügte der Händler hinzu.

(sda)

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