Steuerstreit: «Banken sind keine Polizisten»
Aktualisiert

Steuerstreit«Banken sind keine Polizisten»

Pierre Mirabaud, der Präsident der Schweizerischen Bankiervereinigung, hat die Praxis der Schweiz bei der Steuerhinterziehung verteidigt.

«Was die Schweizer Banken tun, ist legal», sagte Mirabaud am Mittwoch gegenüber der Sendung «Rundschau» des Schweizer Fernsehens. Er stellte sich damit hinter die Unterscheidung von Steuerhinterziehung und Steuerbetrug, wie sie die Schweiz handhabt. Bei ersterer gilt das Bankgeheimnis, bei letzterer nicht.

Dieses System sei trotz des Drucks aus dem Ausland haltbar. Denn jedes Land besitze einen Wettbewerbsvorteil. Jener der Schweiz bestehe im Steuersystem.

Für die Verärgerung der Bürger über diese Unterscheidung habe er Verständnis, sagte Mirabaud. Er habe aber auch Verständnis für die Angestellten der Banken und wolle keine Arbeitslosigkeit.

Die Causa UBS hält Mirabaud für einen Einzelfall. Er könne sich nicht vorstellen, dass andere Schweizer Banken ihren reichen Klienten ebenfalls systematisch bei der Steuerhinterziehung geholfen hätten.

(sda)

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