09.06.2018 07:21

Kunden werden analysiertBanken testen umstrittene Werbescreens

Alter, Geschlecht und Bewegungen von Passanten können von intelligenten Bildschirmen analysiert und für personalisierte Werbung genutzt werden.

von
scl
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Die Zürcher Kantonalbank testet Werbebildschirme, die Passanten in Echtzeit analysieren und je nach dem eine andere Werbung schalten. (Archivbild)

Die Zürcher Kantonalbank testet Werbebildschirme, die Passanten in Echtzeit analysieren und je nach dem eine andere Werbung schalten. (Archivbild)

kein Anbieter
Auch Raiffeisen testet solche Bildschirme. In der Schweiz betreten die beiden Banken damit Neuland. (Archivbild)

Auch Raiffeisen testet solche Bildschirme. In der Schweiz betreten die beiden Banken damit Neuland. (Archivbild)

Keystone/Gaetan Bally
Informiert über die Kameras werden die ZKB-Kunden nicht. (Symbolbild)

Informiert über die Kameras werden die ZKB-Kunden nicht. (Symbolbild)

kein Anbieter

Die Raiffeisenbank und die Zürcher Kantonalbank testen zurzeit umstrittene Werbebildschirme. Dank Kameras und Detektoren wissen die intelligenten Screens, wer vor ihnen steht, schreibt die «Schweiz am Wochenende». So würden Alter, Geschlecht und Bewegungen der Passanten analysiert und je nach dem eine andere Werbung geschaltet.

Solche Screens sind im Ausland – insbesondere in Asien – bereits sehr verbreitet. In der Schweiz betreten Raiffeisen und ZKB damit Neuland. Zwei Bildschirme sind seit Mai im Zürcher Hauptbahnhof in einer ZKB-Pop-up-Filiale installiert. Über die Kameras an der Decke werden die Kunden nicht informiert. Das sei nicht nötig, da nicht wirklich gefilmt, sondern das Geschehene in Echtzeit analysiert werde, so ein ZKB-Vertreter vor Ort. Das Gesicht werde weder fotografiert noch gespeichert.

Auch Kinder werden erkannt

Betritt ein zirka 30-jähriger Kunde das Geschäft, erscheint auf dem Bildschirm Werbung für die Bezahlfunktion Twint. Bei 40-Jährigen werden ZKB-Vorsorgepläne propagiert und Leute um die 60 werden auf Nachlass-Optionen aufmerksam gemacht. Auch Kinder werden erkannt. Bei ihnen erscheint das Bank-Maskottchen Filou.

Der Eidgenössische Datenschutzbeauftragte hat sich noch nicht näher mit der Technologie befasst. Dennoch mahnt eine Sprecherin in der «Schweiz am Wochenende»: «Wird die Gesichtserkennung für Werbezwecke eingesetzt, müssen die Passanten entsprechend informiert werden und sie müssten ihre Einwilligung geben können.» Das Argument, dass keine personenbezogenen Daten erhoben werden, sei nicht schlüssig, da es schliesslich um biometrische Daten gehe und die personalisierte Werbung das Ziel sei.

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