28.07.2015 00:00

ImagepflegeBanken wollen mit Freiwilligenarbeit punkten

UBS-Mitarbeiter haben im ersten Halbjahr 53'000 Stunden Freiwilligenarbeit geleistet. Bei den Mitarbeitern kommt das nicht nur gut an.

von
D. Vollenweider
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Die Grossbank UBS hat die Zahlen des zweiten Quartals 2015 kommuniziert.

Die Grossbank UBS hat die Zahlen des zweiten Quartals 2015 kommuniziert.

Keystone
Sergio Ermotti, CEO der UBS, darf sich über einen Anstieg des Reingewinns um 53 Prozent auf 1,2 Milliarden Franken freuen. Zudem im Quartalsbericht erwähnt: Die Anzahl Stunden Freiwilligenarbeit, die von den UBS-Mitarbeitern im ersten Halbjahr geleistet wurden.

Sergio Ermotti, CEO der UBS, darf sich über einen Anstieg des Reingewinns um 53 Prozent auf 1,2 Milliarden Franken freuen. Zudem im Quartalsbericht erwähnt: Die Anzahl Stunden Freiwilligenarbeit, die von den UBS-Mitarbeitern im ersten Halbjahr geleistet wurden.

Keystone/Ennio Leanza
Insgesamt waren es 53'000 Stunden. Die Bank bieten den Mitarbeitern in der Schweiz jedes Jahr mehr als 100 gemeinnützige Einsatzmöglichkeiten in allen Landesteilen an.

Insgesamt waren es 53'000 Stunden. Die Bank bieten den Mitarbeitern in der Schweiz jedes Jahr mehr als 100 gemeinnützige Einsatzmöglichkeiten in allen Landesteilen an.

Keystone/Steffen Schmidt

Die Grossbank UBS hat die Verkündung der Quartalszahlen erstmals dazu genutzt, um in der Medienmitteilung deutlich darauf hinzuweisen, dass ihre Mitarbeiter im ersten Halbjahr dieses Jahres 53'000 Stunden Freiwilligenarbeit geleistet haben. Während das sogenannte Corporate Volunteering in den USA und in England schon länger praktiziert wird, ist es in der Schweiz noch weniger verbreitet. Ist Freiwilligenarbeit die neue Imagepflege der Unternehmen?

«Klar machen das die Banken auch, um ihr Image aufzubessern», sagt Reputationsmanager Bernhard Bauhofer, der mit seiner Firma Sparring Partners Unternehmen, Organisationen und Einzelpersonen berät. Grundsätzlich sei Corporate Volunteering lobenswert, findet er. Doch das Konzept sei nicht unumstritten. «Problematisch wird es dann, wenn sich die Mitarbeiter unter Druck gesetzt fühlen», so Bauhofer.

Monatliche Erinnerung

Genau das scheint bei der UBS der Fall zu sein. Ein Mitarbeiter sagt zu 20 Minuten, dass durchaus ein gewisser Druck aufkomme: «Immerhin erhalten wir monatlich ein Mail, in dem wir aufgefordert werden, uns zu engagieren.» In den Mails werden jeweils die verschiedenen gemeinnützigen Einsatzmöglichkeiten erläutert. Die UBS betont, die Mitarbeiter würden lediglich «ermuntert», sich aktiv zu engagieren und ihre soziale Verantwortung wahrzunehmen. Die Freiwilligenarbeit kann in den verschiedensten Formen geleistet werden. So können Mitarbeiter beispielsweise an einem Ausflug mit betagten Pflegeheimbewohnern teilnehmen oder Wanderwege sanieren.

In den USA und in England gibt es Corporate Volunteering schon seit den 1990er-Jahren. Die UBS führte das Konzept in der Schweiz erst später ein. «Man bietet den Angestellten zu diesem Zweck jedes Jahr mehr als 100 gemeinnützige Einsatzmöglichkeiten in allen Landesteilen der Schweiz», sagt UBS-Sprecherin Eva Mairinger. Zudem stellt die Bank dafür jedem Mitarbeiter zwei bezahlte Arbeitstage pro Jahr zur Verfügung.

Freiwilligenarbeit nimmt zu

Letztes Jahr nahm die Freiwilligenarbeit bei der UBS laut dem Corporate Responsibility Bericht um 14 Prozent zu. Insgesamt haben 12'428 Mitarbeiter 103'500 Stunden Freiwilligenarbeit geleistet. Bei der Credit Suisse sind es sogar noch mehr: Dort haben letztes Jahr knapp 18'000 Mitarbeiter über 190'000 Stunden Freiwilligenarbeit geleistet. Die Credit Suisse kommuniziert diese Zahl jedoch nicht in ihren Quartalsberichten. Sie fasst das Engagement einmal im Jahr im Bericht «Unternehmerische Verantwortung» zusammen.

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