«Babyface» wird Antiheld: Bankenkrise als Comic
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«Babyface» wird AntiheldBankenkrise als Comic

Mit seinen wilden Spekulationen hat Jérôme Kerviel, genannt «Babyface», die altehrwürdige Bank Société Générale beinahe in den Konkurs geritten. Nun macht sich ein Comic über den SGS-Skandal lustig.

«Das Tagebuch des Jérôme Kerviel» von Lorentz und Nicolas Million vermischt grosszügig Fakten und Fiktion: Von seiner Gefängniszelle aus startet Kerviel darin ein Dienstleistungsunternehmen und spannt seine Mitgefangenen als Angestellte ein.

Diese protestieren aber gegen schlechte Arbeitsbedingungen und drohen, Kerviel zusammenzuschlagen. «Ich habe die Nase voll vom Kapitalismus», klagt der Comic-Held am Schluss.

Anti-Held

Der echte Jérôme Kerviel ist im März aus dem Gefängnis entlassen worden. Wegen Vertrauensbruchs und Computermanipulation wird jedoch weiterhin gegen ihn ermittelt. Gemäss einem internen Bericht von Société Générale soll er die Risikokontrollen des Instituts umgangen haben und Handelspositionen im Wert von 50 Billionen Dollar aufgebaut haben - einen Betrag, der sogar den Marktwert der Bank selbst überstieg.

Der Skandal machte Kerviel zu einer Art Kult-Antiheld, dem es gelang, die elitären Banker der Société Générale an der Nase herumzuführen - und das, obwohl er nur an den mittelmässig beleumundeten Universitäten Nantes und Lyon studiert hatte. Linke Kritiker sahen in ihm deshalb eine Art Opfer aus der Arbeiterklasse.

(sda)

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