Betrug: Bankerin fälscht Verträge – zugunsten der Kunden
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BetrugBankerin fälscht Verträge – zugunsten der Kunden

Jahrelang hat eine Bankkaderfrau ihren Kunden viel zu hohe Kredite gewährt: Nun musste sich die Frau vor Gericht verantworten.

von
nab
Grosszügige Kredite: Ein Kundengespräch in einer Bank. (Symbol)

Grosszügige Kredite: Ein Kundengespräch in einer Bank. (Symbol)

Keystone/Martin Ruetschi

Eine Bankkaderfrau betrog ihre eigenen Arbeitgeber über Jahre hinweg– aber scheinbar nicht aus Habgier: Sie sei eine gutmütige Person und hätte versucht, es allen «recht zu machen», habe die Beschuldigte vor Gericht gesagt, schreibt die «Aargauer Zeitung».

Die Frau hatte die Möglichkeit, ihre Verträge selbst ins Computersystem einzupflegen – und bessere Konditionen zu geben. So erstellte die Bankfrau von jedem Vertrag zwei verschiedene Versionen – veränderte die Bedingungen. Die Bank machte hohe Verluste und die Kunden bekamen Kredite, die sie sonst bei keiner Bank bekommen hätten.

Zwei Millionen Franken Kredit

Die Liste ist lang: In einem Fall verhalf die Beraterin einer Kundin nach einer Scheidung ihr Haus zu behalten. Den Vertrag des Ehepaares stellte sie nur auf die Frau aus, zu gleichen Bedingungen, als würde das Paar noch zusammenleben. In einem anderen Fall stellte die Beraterin einer Familie einen Kredit von über zwei Millionen Franken aus, für welchen das Einkommen nie gereicht hätte. Um die Eigenmittel zu erhöhen, überwies sie Gelder von anderen Familien auf das Konto – und benutzte sogar Konten ihrer Familienangehörigen.

Für die Frau selbst gab es kein goldenes Bankkonto. Stattdessen aber eine hervorragende Mitarbeiterbeurteilung und einen Termin vor Gericht: Die Kaderfrau wurde wegen Urkundenfälschung und Betruges zu einer Geldstrafe und einer bedingten Freiheitsstrafe von 16 Monaten verurteilt.

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