Zinsen und Gebühren: Bankkunden könnten sechs Milliarden sparen
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Zinsen und GebührenBankkunden könnten sechs Milliarden sparen

Die Unterschiede zwischen Banken bei Gebühren und Zinsen sind hoch: Die Schweizer Kunden könnten bei einem Wechsel Milliarden sparen.

von
ish
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Zinsen und Gebühren fallen bei den Schweizern unterschiedlich hoch aus. Das Sparpotenzial für die Kunden ist also hoch.

Zinsen und Gebühren fallen bei den Schweizern unterschiedlich hoch aus. Das Sparpotenzial für die Kunden ist also hoch.

Keystone/Gabriele Putzu
Am grössten ist es bei den Hypothekarzinsen. Sie variieren jedoch nicht nur je nach Bank. Sondern auch von Region zu Region: Eine Einfamilienhaus-Überbauung in Chur-Masans.

Am grössten ist es bei den Hypothekarzinsen. Sie variieren jedoch nicht nur je nach Bank. Sondern auch von Region zu Region: Eine Einfamilienhaus-Überbauung in Chur-Masans.

Keystone/Arno Balzarini
Am tiefsten waren die Zinsen 2016 im Schnitt in Zürich, am teuersten im Espace Mittelland.

Am tiefsten waren die Zinsen 2016 im Schnitt in Zürich, am teuersten im Espace Mittelland.

20 Minuten/Moneypark

Die Zinsen sind zwar rekordtief, aber die Bankgebühren stark gestiegen. Und die Unterschiede zwischen den einzelnen Banken sind gross, wie eine am Dienstag publizierte Studie des Online-Vergleichsdienstes moneyland.ch zeigt. Jährlich könnten Schweizer Bankkunden demnach mehr als 6 Milliarden Franken sparen, wenn sie zum mit den für sie optimalen Konditionen wechseln würden.

Die Moneyland-Studie untersucht die Bereiche Privatkonten (inklusive Debitkarten), Sparkonten, Säule-3a-Sparkonten, 3a-Vorsorgefonds, Kreditkarten, Hypotheken und Trading. Das Sparpotenzial wäre noch höher, wenn weitere Dienstleistungen wie Vermögensverwaltung und Konsumkredite ebenfalls berücksichtigt würden.

Auch Junge können Gebühren sparen

Bei den Privatkonten gibt es für Erwachsene zurzeit keinen Zins mehr, auf Privatkonten für Jugendliche und Personen in Ausbildung nur noch durchschnittlich 0.4 Prozent. Die Gebühren für Kontoführung, Zahlungsverkehr und Debitkarte sind in den letzten Jahren hingegen gestiegen. Für durchschnittliche Nutzer bis zu einem Alter von 25 Jahren beträgt das gesamte jährliche Sparpotenzial laut der Moneyland-Studie rund 264 Millionen Franken. Die erwachsene Schweizer Bevölkerung ab 25 Jahren komme auf ein gesamtes jährliches Sparpotenzial von ungefähr 577 Millionen Franken (97 Franken pro Kopf).

«Welches der optimale Anbieter für einen Kunden ist, kann man nicht pauschal sagen», erklärt Moneyland-Geschäftsführer Benjamin Manz gegenüber 20 Minuten. Denn dies sei davon abhängig, wie welches Konto genutzt werde: Ob etwa Auslandsüberweisungen, Lastschriftverfahren gemacht würden oder wie oft mit welcher Karte Geld bezogen werde. «Kunden können sparen, indem sie zum jeweils besten Angebot wechseln, was man mit einem individuellen Vergleich einfach herausfindet», sagt Manz.

Hypotheken als Zinsfresser

Bei Sparkonten könnten laut der Studie 1,4 Milliarden Franken eingespart werden, wenn die Kunden zu der Bank mit dem für sie besten Zinsangebot wechseln würden.

Am grössten ist laut Moneyland das Sparpotenzial bei den Hypothekarzinsen: Jährlich könnten bis zu 2,6 Milliarden Franken an Zinsen gespart werden, so Moneyland. Pro Festhypothek wären das rund 1980 Franken pro Jahr. Am günstigsten seien Online-Hypotheken, die allerdings keine Beratung offerieren.

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