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Bankenombudsstelle«Bankkunden wurden in falscher Sicherheit gewiegt»

Eine Rekordflut von 4144 Anfragen ging im letzten Jahr beim Bankenombudsmann Hanspeter Häni ein.

von
eri

Herr Häni, Sie wurden 2008 von Bankkunden überrannt. Haben die Banken ihre Kunden veräppelt?

Hanspeter Häni: So extrem würde ich es nicht ausdrücken. Aber es sind viele Kunden mit Produkten zu Schaden gekommen, die als sicher galten. Ein fahrlässiger Fehler der Banken. Bei gewissen Produkten konnten die Banken die Erwartungen nicht erfüllen.

Was beschäftigte die Ratsuchenden am meisten?

Der Grossteil der Anfragen betraf krisenbedingte Verluste. Hier konnten wir nichts machen. Börsen steigen und sinken. Das ist normal.

Und der Rest?

Das waren Leute, die von ihren Banken in falscher Sicherhei t gewiegt wurden.

Wie konnten Sie helfen?

Wir haben als Ombudsstelle die Banken in etlichen Fällen dazu gebracht, ihre Verantwortung wahrzunehmen und die Betroffenen zu entschädigen.

Wie können Sparer künftig unliebsame Erlebnisse vermeiden?

Höhere Renditen gibt es nur zum Preis von höheren Risiken. Zudem soll man als Anleger nur kaufen, was man selbst versteht.

Sicherheit und Einfachheit versprach man auch den Lehman-Anlegern.

Das stimmt. Aber in solchen Fällen gilt es, das Klumpenrisiko zu beachten und nicht das ganze Vermögen in ein einziges Produkt zu investieren.

Und für Finanzunkundige bleiben Sparkonto und

Obligationen die sichersten Lösungen?

Letztlich ist es so. (eri/20 Minuten)

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