Banknoten haben Grippe
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Banknoten haben Grippe

Auf Banknoten können Grippe-Viren zwei Wochen überleben. Geht das Papiergeld von Hand zu Hand, reisen die Krankheitserreger auf der Suche nach einem neuen Träger mit.

Unter günstigen Bedingungen können die Viren bis zu 17 Tage auf den Banknoten überleben. Dies haben Forscher am Universitätsspital Genf herausgefunden, wie die Zeitung «Le Temps» am Mittwoch berichtete. Entscheidend für die Lebensdauer der Erreger sind Luftfeuchtigkeit, Temperatur und Oberfläche, wie der Virologe Yves Thomas vom Nationalen Influenza-Zentrum auf Anfrage sagte.

Ansteckungsgefahr unklar

Die Studie sage jedoch nichts über die Ansteckungsgefahr über Banknoten aus. Um herauszufinden, ob man beim Bezahlen seiner Rechnungen tatsächlich krank werden kann, wäre eine zusätzliche Studie nötig. Eine solche ist derzeit nicht vorgesehen.

Zur Ansteckung über leblose Materie wie Noten, Münzen oder Kleider sind die Wissenschaftler grundsätzlich geteilter Meinung, sagte Thomas. Als sicher gilt, dass sich das Virus über Partikel in der Luft und direkten Kontakt zwischen Menschen verbreiten kann.

Davon macht der Krankheitserreger derzeit offenbar rege Gebrauch: In der zweiten Woche des neuen Jahres hat sich die Grippe-Epidemie weiter ausgebreitet. Aktuell werden etwa 211 Verdachtsfälle pro 100 000 Einwohner gemeldet - fast doppelt so viele wie vor einer Woche und ein Vielfaches des epidemischen Grenzwerts von 58 Fällen.

Heftige Epidemie möglich

Betroffen sind mittlerweile alle Regionen. Am geringsten ist die Grippeaktivität in der Zentralschweiz, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Mittwoch bekannt gab. Verbreitet sich die Krankheit weiter in diesem Tempo, sieht sich die Schweiz mit einer der heftigsten Epidemien der vergangenen Jahre konfrontiert.

Entscheidend ist die Immunitätslage der Bevölkerung, wie Mark Witschi vom BAG auf Anfrage erklärte. Tritt eine Mutation des Virus erstmals auf, breitet sie sich leicht aus, weil dagegen noch keine Antikörper vorhanden sind. Dies ist etwa der Fall beim derzeit weit verbreiteten Subtyp H1N1, der jedoch von der aktuellen Grippe- Impfung abgedeckt ist.

(sda)

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