35 Jahre im Gefängnis: Bankräuber Hugo Portmann kommt frei
Aktualisiert

35 Jahre im GefängnisBankräuber Hugo Portmann kommt frei

Der 60-Jährige soll gemäss Zeitungsbericht in ein paar Wochen entlassen werden.

von
woz
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Hugo Portmann 2001 vor dem Gerichtssaal in Münchwilen.

Hugo Portmann 2001 vor dem Gerichtssaal in Münchwilen.

Keystone/Walter Bieri
Portmann ist seit 35 Jahren im Gefängnis.

Portmann ist seit 35 Jahren im Gefängnis.

Keystone/Walter Bieri
Mit diesen Bildern suchte einst die Polizei nach Hugo Portmann.

Mit diesen Bildern suchte einst die Polizei nach Hugo Portmann.

Keystone/AP/str

Nach einem halben Leben in Haft soll der Schweizer Bankräuber Hugo Portmann einem Medienbericht zufolge bald frei kommen. Der 60-Jährige solle bereits in ein paar Wochen entlassen werden, berichtete die «Zeit» am Mittwoch vorab aus ihrer Schweiz-Ausgabe. Portmann ist in der Schweiz nicht nur für seine Überfälle und Ausbruchsversuche berüchtigt, sondern auch dafür bekannt, dass er vehement eine Therapie verweigert, die ihn vor einer Sicherungsverwahrung bewahren könnte.

Nach bisheriger Rechtsprechung wäre eine Therapie zur Aufarbeitung seiner Taten Bedingung dafür, dass Portmann nach Ende seiner 35-jährigen Haftstrafe nicht sicherungsverwahrt wird. Der bekannte Häftling beharrt jedoch darauf, dass sein Innenleben niemanden etwas angehe: «Der Kopf ist das Einzige, was mir noch gehört», sagt er der «Zeit».

Ein neueres Bundesgerichtsurteil und ein Gutachten brachten laut der «Zeit» nun die Wende zu Portmanns Gunsten. Demnach ist die Sicherungsverwahrung nur für Häftlinge mit einer schweren psychischen Erkrankung erlaubt, die in einem Zusammenhang mit dem Delikt steht. Ein Basler Psychiater kam laut «Zeit» im vergangenen Sommer in einem Gutachten aber zu dem Schluss, dass bei Portmann «keine psychische Störung von Krankheitswert» vorliege, die sich mit seinen Delikten «in Verbindung bringen lässt».

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