Stadt Zürich: Bar-Personal von Sexclubs auch in Milieu-Datenbank
Aktualisiert

Stadt ZürichBar-Personal von Sexclubs auch in Milieu-Datenbank

Die Milieu-Datenbank der Stadtpolizei Zürich zählt derzeit über 8200 Personen – darunter sind nicht nur Prostituierte, sondern auch Bar- und Garderobenpersonal von Etablissements.

von
20M
1 / 2
Egal ob man auf der Strasse anschafft wie hier an der Zähringerstrasse im Kreis 1...

Egal ob man auf der Strasse anschafft wie hier an der Zähringerstrasse im Kreis 1...

Aebi
...oder um die Ecke im Salon - es braucht eine Bewilligung. Die Polizei führt regelmässig Kontrollen durch und erfasst die Daten der Personen in der Milieu-Datenbank.

...oder um die Ecke im Salon - es braucht eine Bewilligung. Die Polizei führt regelmässig Kontrollen durch und erfasst die Daten der Personen in der Milieu-Datenbank.

Keystone/Alessandro Della Bella

Ob Prostitution auf der Strasse oder im Salon – in der Stadt Zürich braucht es dafür eine Bewilligung. Die Stadtpolizei kontrolliert darum einschlägige Etablissements und Orte regelmässig. Die Angaben der Prostituierten – Name, Adresse, Geburtsdatum, Nationalität und Funktion – werden hernach in der Milieu-Datenbank erfasst und bleiben während fünf Jahren gespeichert. Aktuell sind dort laut «SonntagsZeitung» 8247 Personen aufgeführt – 7596 davon Frauen.

Darunter sind jedoch nicht nur Prostituierte, sondern auch das Garderoben- und Barpersonal von Salons. Wie viele Personen, die in dieser Datenbank erfasst sind, sich tatsächlich prostituieren, ist demnach unklar. Laut einem Stapo-Sprecher wird aber nur erfasst, wer einen direkten Bezug zum Prostitutionsgewerbe hat: «Reinigungangestellte oder Handwerker haben nichts zu befürchten.»

«Fichierung durch die Hintertür»

So oder so hält die Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration die Datenbank für eine «Fichierung durch die Hintertür», wie eine Sprecherin in dem Bericht sagt: «Diverse Behörden erhalten Informationen aus der Datenbank, was sich bei einem Sorgerechtsstreit oder einem Einbürgerungsverfahren negativ auswirken kann.»

Die Datenspeicherung dient gemäss Prostitutionsverordnung dem Schutz der Bevölkerung sowie dem Schutz der Prostituierten vor Ausbeutung und Gewalt. Laut dem Stadtzürcher SVP-Präsident Mauro Tuena ist die Verordnung allerdings zu schwammig formuliert. Die hohe Zahl von Registrierten erschreckt ihn gemäss «SonntagsZeitung».

Deine Meinung