Aktualisiert 26.02.2010 01:17

Grencher Internet-AffäreBarbara Banga gibt Aufgaben bei der SP ab

Die Internet-Affäre von Grenchen SO hat eine personelle Konsequenz. Barbara Banga, die Frau des Stadtpräsidenten Boris Banga, gibt per sofort ihre Aufgaben in den Geschäftsleitungen der Solothurner SP-Kantonalpartei und der Amtspartei Solothurn- Lebern ab.

Die Abgabe der Aufgaben habe Barbara Banga vor einer Aussprache mit der Amtspartei am Mittwochabend mitgeteilt, sagte Amtspartei- Präsident Markus Schneider am Donnerstag dem Regionaljournal Aargau/ Solothurn von Schweizer Radio DRS.

Barbara Banga hatte im Blog der lokalen Internetseite www.grenchen.net anonyme und beleidigende Kommentare geschrieben. Sie habe die anonymen Angriffe gegen ihren Mann «schlicht nicht mehr ertragen» können, hatte sie ihr Handeln gerechtfertigt. Sie gestand ein, «einen Fehler» gemacht zu haben.

Der Rückzug von Barbara Banga werde als «Entlastung» empfunden, sagte Amtspartei-Präsident Schneider. Die Geschäftsleitung der Amtspartei hatte die anonymen Kommentare kritisiert und sich vom Vorgehen Bangas «enttäuscht» gezeigt.

Für Bangas eine «Schlammschlacht»

Die Internet-Affäre, die sich zur Lokalposse entwickelte, war Anfang Februar bekannt geworden. Der private Betreiber der SVP-nahen Internetseite fand nach eigenen Angaben über die IP-Nummer, der Adresse in Computernetzen, heraus, dass die Einträge auf dem privaten PC von Bangas geschrieben worden waren.

Der Stadtpräsident und frühere Nationalrat Banga hatte die Blog- Einträge seiner Frau als den «grössten Liebesbeweis» bezeichnet, den er je erhalten habe. Das Ehepaar hatte in einer Stellungnahme von einer «Schlammschlacht» gesprochen.

Die Affäre war diese Woche auch ein Thema an der Grencher Gemeinderatssitzung. Während die bürgerlichen Parteien einen «Vertrauensverlust» feststellten, sprach die SP von einem «Komplott».

(sda)

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