Aktualisiert 07.01.2008 17:43

Barbara Hayoz tritt gegen Alexander Tschäppät an

Berns amtierender Stadtpräsident Alexander Tschäppät (SP) muss bei den Gemeindewahlen vom kommenden Herbst um seine Wiederwahl kämpfen.

Seine Gemeinderatskollegin Barbara Hayoz (FDP) hat am Montag wie erwartet ihre Kandidatur bekanntgegeben.

Hayoz sagte vor den Medien, die Wählerinnen und Wähler hätten das Anrecht, zwischen zwei Personen aus Berns beiden grossen politischen Blöcken auswählen zu können. Hayoz meint damit das seit 15 Jahren regierende Rot-Grün-Mitte-Bündnis (RGM) und die Bürgerlichen.

«Viele unzufrieden»

Nach fünfzehn Jahren RGM brauche es in Bern einen Wechsel, erklärte Hayoz auch. Viele Einwohner seien derzeit unzufrieden mit der Führung der Stadt Bern. Es sei auch Zeit, dass erstmals eine Frau an der Spitze der Stadtberner Regierung stehe.

Die städtische FDP hatte bereits Ende 2007 erklärt, Hayoz ins Rennen ums Stadtpräsidium schicken zu wollen. Die 45-jährige Betriebsökonomin FH/MBA ist seit Anfang 2005 Mitglied des Berner Gemeinderats und steht der Direktion für Finanzen, Personal und Informatik vor. Zwischen 1996 und 2002 wirkte sie im bernischen Grossen Rat.

Hayoz will sich im Wahlkampf mit den Themen Sicherheit, Wirtschaftspolitik, Finanzen und Sauberkeit profilieren. Wenn sie an die Spitze einer rot-grün dominierten Berner Exekutive gewählt würde, wäre das sicher nicht einfach, erklärte sie, «aber zu schaffen».

Die SP nominiert schon bald

Die Berner FDP wird Barbara Hayoz Ende Januar offiziell zur Gemeinderats- und Stadtpräsidiumskandidaten ernennen. Die SP nimmt ihre Nominationen sehr wahrscheinlich am 21. Januar vor, wie Parteisekretärin Leyla Gül auf Anfrage sagte.

Die SP beabsichtigt laut Gül, nebst Tschäppät auch die bisherige Gemeinderätin Edith Olibet für eine gemeinsame RGM-Liste für die Gemeinderatswahlen vorzuschlagen. Voraussichtlich am 26. Januar entscheiden die in diesem Bündnis vereinigten Parteien über die Listengestaltung.

Tschäppät hat am Sonntag in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag» seine Kandidatur fürs Stadtpräsidium bestätigt. «Frau Hayoz ist sicher eine qualifizierte, valable bürgerliche Kandidatin, die ich so ernst nehme, wie ich vor vier Jahren Kurt Wasserfallen ernst genommen habe», sagte er.

Vor ähnlicher Ausgangslage wie 2004

Fürs Stadtpräsidium kandidieren will auch der Broncos-Gründer und Barbesitzer Jimy Hofer. Falls er wirklich antritt, wird der Parteilose aus dem Mattequartier aber als Aussenseiter ins Rennen gehen.

Auch vor vier Jahren traf Tschäppät auf ein FDP-Mitglied und einen Aussenseiter. Es waren Nationalrat Kurt Wasserfallen und Daniele Jenni (Grüne Partei Bern). Beide sind inzwischen verstorben. Tschäppät gewann mit 61,3 Prozent der Stimmen deutlich. Er wurde Anfang 2005 Nachfolger von Klaus Baumgartner (SP).

(sda)

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