Aktualisiert 26.10.2010 10:06

Spionage-Skandal

Barça-Boss liess seine Stars beschatten

Ex-Barça-Präsident Joan Laporta traute seinen Stars offenbar nicht über den Weg. Samuel Eto'o, Deco und Ronaldinho wurden 2007 auf Geheiss des umstrittenen Rechtsanwalts monatelang überwacht.

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pre
Barça-Präsident Joan Laporta wollte wissen, wo sich Deco, Ronaldinho und Samuel Eto'o nach Arbetitsschluss herumtreiben. (Bild: Keystone)

Barça-Präsident Joan Laporta wollte wissen, wo sich Deco, Ronaldinho und Samuel Eto'o nach Arbetitsschluss herumtreiben. (Bild: Keystone)

Eine Detektiv-Agentur soll in der Saison 2007/2008 in einem Zeitraum von mehreren Monaten das Nachtleben von Deco, Ronaldino und Samuel Eto'o überwacht haben. «Die Ergebnisse fielen nicht gerade günstig für die Fussballer aus», berichtet das spanische Wochenmagazin «Interviú», das den Skandal enthüllte. «In den Berichten der Agentur wurden mehrere Verstösse gegen die internen, disziplinarischen Regeln des Vereins festgestellt.» Ob die Spieler aufgrund der Untersuchung bestraft wurden, ist unklar.

«Überwachte» verkauft

Trainer Josep Guardiola trat nach seinem Amtsantritt 2008 dafür ein, die drei Stars, die für ihre ausschweifenden Party-Nächte berüchtigt waren, an andere Klubs abzugeben. Ronaldinho wechselte zur AC Milan, Deco zum FC Chelsea. Nur Eto'o blieb noch ein Jahr bei Barça, wurde dann aber zu Inter Mailand abgeschoben.

Tolles Dribbling von Ronaldinho

Im Herbst 2008 soll der Barça-Chef die Detektive auf den damals neu verpflichteten Gerard Piqué angesetzt haben. Der Abwehrspieler sei eine Woche lang rund um die Uhr überwacht worden. Kostenpunkt: 5000 Euro. Die «Spione» stellten bei ihm jedoch nichts Bemerkenswertes fest und so spielt der Weltmeister von 2010 noch immer für die Katalanen.

Bilanzbetrug von Laporta

Der ehemalige Barça-Präsident steht übrigens nicht zum ersten Mal in den Negativ-Schlagzeilen. Erst vor kurzem liess Laporta-Nachfolger Sandro Rossell durch eine unabhängige Buchprüfer-Kommission einen Bilanzbetrug seines Vorgängers aufdecken. Die Mitglieder des FC Barcelona entschieden darauf, Laporta vor Gericht zu bringen. (pre/si)

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